Christian Hill will Wiesbadens Verkehrspolitik radikal umkrempeln – und die Stadt wirtschaftlich neu erfinden
Moritz HartmannChristian Hill will Wiesbadens Verkehrspolitik radikal umkrempeln – und die Stadt wirtschaftlich neu erfinden
Christian Hill, Spitzenkandidat der ProAuto in Wiesbaden, hat einen ehrgeizigen Plan vorgelegt, um die Zukunft der Stadt neu zu gestalten. Er will das umkehren, was er als jahrelange verfehlte Verkehrspolitik bezeichnet, die Kommunalverwaltung verschlanken und die Stadt wirtschaftsfreundlicher machen. Seine Vorschläge umfassen tiefgreifende Änderungen im öffentlichen Nahverkehr, bei den Wohnkosten und der Verwaltungseffizienz.
An oberster Stelle steht für Hill die Abschaffung des umstrittenen Citybahn-Projekts und eine grundlegende Neuausrichtung der Wiesbadener Verkehrspolitik. Er plant, die Aartalbahn zügig zu reaktivieren und die Ländchesbahn zu modernisieren, um den öffentlichen Nahverkehr sauberer, sicherer und zuverlässiger zu gestalten. Gleichzeitig will er die Pförtner-Ampel wieder einführen, die Zufahrt zum Landeshaus wiedereröffnen und den weiteren Abbau von Parkplätzen stoppen.
Um die hohen Lebenshaltungskosten zu senken, schlägt er eine Reduzierung der Grundsteuern und günstige Parkmöglichkeiten vor. Durch beschleunigte Genehmigungsverfahren im Bauwesen soll der Wohnungsbau vorangetrieben werden. Hill kritisiert, dass die Stadtverwaltung zu groß und ineffizient geworden sei, und kündigt an, Personal abzubauen, Vetternwirtschaft zu bekämpfen und Steuererhöhungen zu vermeiden.
Sein wirtschaftspolitisches Konzept zielt darauf ab, Unternehmen durch Bürokratieabbau, Senkung der Gewerbesteuern und Lockerung von Vorschriften anzulocken. Sollte das Bundeskriminalamt (BKA) nach Erbenheim umziehen, will er das frei werdende Gelände für neue Gewerbegebiete nutzen. Die Digitalisierung soll eine zentrale Rolle bei der Modernisierung der städtischen Dienstleistungen spielen, doch Hill betont, dass persönliche und papierbasierte Optionen für diejenigen erhalten bleiben, die diese bevorzugen.
Unterdessen bereitet die Bundespolizei ihren eigenen Umzug in Wiesbaden-Erbenheim vor. Seit 2022 entsteht dort ein neuer Komplex für rund 300 Millionen Euro mit modernen Büros und Ausbildungseinrichtungen. Das 2021 genehmigte und seit 2023 im Bau befindliche Gelände soll bis 2025 schrittweise bezogen werden. Die logistischen Vorbereitungen für den Umzug von Personal und Ausstattung aus Bonn laufen bereits.
Hills Agenda soll Wiesbaden sicherer, sauberer und attraktiver machen – ohne umstrittene Projekte wie Ostfeld und Westfeld. Seine Politik setzt auf pragmatische Lösungen in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Wirtschaftsförderung. Ob diese Pläne gelingen, hängt von der Umsetzung und der öffentlichen Resonanz in den kommenden Jahren ab.
