Oberallgäu wählt neu: Stichwahl entscheidet über Landratsamt nach kontroverser Amtszeit
Moritz HartmannNachrückwahl im Oberallgäu nach dem Rückzug von Baier-Mueller - Oberallgäu wählt neu: Stichwahl entscheidet über Landratsamt nach kontroverser Amtszeit
Landratswahl im Oberallgäu geht in die Stichwahl
Nach der ersten Runde der Landratswahl im Oberallgäu steht eine Stichwahl an, da kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte. Die bisherige Amtsinhaberin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) überraschte viele mit ihrem Rückzug nach nur einer Amtszeit. Die Wahlbeteiligung lag bei beachtlichen 66,6 Prozent.
In der ersten Runde führte Christian Wilhelm, ebenfalls von den Freien Wählern, mit 40,8 Prozent der Stimmen. Thomas Eigstler (CSU) folgte mit 33,3 Prozent – damit kommt es in zwei Wochen zum direkten Duell zwischen den beiden Bewerbern.
Baier-Müllers Amtszeit war nicht ohne Kontroversen. Aufsehen erregte ihr Vorschlag für eine bewaffnete "Bären-Einsatztruppe", die zuwandernde Braunbären erschießen sollte, ebenso wie ihr Vorstoß für eine großangelegte Biberbejagung, die später von Verwaltungsgerichten gestoppt wurde. Ein weiterer Streitpunkt war der Umweltskandal im Rappenalptal, der ihre einzige Amtszeit prägte.
Außerhalb der Kommunalpolitik kandidierte Baier-Müller für ein Bundestagsmandat, verfehlte jedoch den direkten Einzug. Ihr Verzicht auf eine erneute Bewerbung wirft Fragen zur Zukunft der Freien Wähler im Landkreis auf, auch wenn bisher keine klaren Auswirkungen auf lokale Parteistrukturen oder Koalitionsoptionen bekannt sind.
Die Stichwahl wird nun entscheiden, wer neuer Landrat im Oberallgäu wird. In zwei Wochen treten Wilhelm und Eigstler gegeneinander an, um das Amt zu besetzen. Das Ergebnis wird die Führung des Landkreises nach einer von Umweltkonflikten und mutigen politischen Vorstößen geprägten Amtszeit bestimmen.
