07 March 2026, 22:01

Berlins Apotheken kämpfen um Überleben: Giffey hört sich Sorgen vor Ort an

Eine Apotheke mit Glaswänden und -türen an einer Straßenecke, mit Plakaten an den Wänden und einer Straße unten.

Berlins Apotheken kämpfen um Überleben: Giffey hört sich Sorgen vor Ort an

Franziska Giffey, Berlins Senatorin für Wirtschaft und ehemalige regierende Bürgermeisterin, besuchte diese Woche eine lokale Apotheke, um über die wachsenden Belastungen der Branche zu sprechen. Das Treffen in der Alten Kloster-Apotheke im Stadtteil Rudow konzentrierte sich auf finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe und anstehende Reformen, die Apotheken in ganz Deutschland betreffen.

Die Apothekerin Katja Laurisch-Nehrkorn hatte Giffey eingeladen, um auf die Herausforderungen unabhängiger Apotheken aufmerksam zu machen. Während des einstündigen Besuchs betonte sie die Dringlichkeit, die im Koalitionsvertrag von 2021 versprochenen Gebührenanpassungen umzusetzen. Ohne bessere Bezahlung, warnte sie, werde es für Apotheken immer schwieriger, erfahrenes Personal zu halten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Laurisch-Nehrkorn kritisierte zudem Pläne, die Kompetenzen von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten. Sie argumentierte, dass solche Änderungen Drogerieketten den Einstieg in den verschreibungspflichtigen Medikamentenmarkt ermöglichen könnten – was lokale Apotheken weiter unter Druck setzen würde. Ein weiteres Problem sei die von Berlin geplante Ausbildungsabgabe, die die ohnehin angespannte finanzielle Lage der Betriebe zusätzlich belasten würde.

Ein zentrales Thema war auch die zunehmende Direktverteilung hochpreisiger Medikamente, die den Großhandel umgeht und damit die Einnahmen der Apotheken schmälert. Laurisch-Nehrkorn forderte verbindliche Verhandlungsrechte, damit Apotheker ihre Gebühren eigenständig festlegen können.

Giffey hörte sich die Anliegen an und bedankte sich bei Laurisch-Nehrkorn für die Einblicke. Sie räumte ein, dass Apotheken eine unverzichtbare Rolle in der Gesundheitsversorgung der Kieze spielten, verwies jedoch darauf, dass die Möglichkeiten der Landespolitik bei bundesweiten Reformen begrenzt seien. Dennoch hatte Laurisch-Nehrkorn den Eindruck, dass ihre Punkte ernst genommen wurden.

Der Besuch unterstrich die finanziellen und betrieblichen Belastungen, unter denen Berlins Apotheken leiden. Zwar erkannte Giffey die Bedeutung lokaler Gesundheitsversorger an, doch die entscheidenden Weichenstellungen zu Gebühren und Reformen liegen in der Hand des Bundes. Apotheken wie die Alte Kloster-Apotheke kämpfen derweil weiter für fairere Rahmenbedingungen, um ihre Dienstleistungen aufrechterhalten zu können.

Quelle