SPD in Baden-Württemberg nach historischer Niederlage vor Neuaufstellung
Moritz HartmannSPD will Wahlniederlage aufarbeiten - Restrukturierung bis Juni - SPD in Baden-Württemberg nach historischer Niederlage vor Neuaufstellung
Die SPD in Baden-Württemberg steht nach einer vernichtenden Niederlage bei der Landtagswahl vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Partei erreichte nur noch 5,5 Prozent der Stimmen – das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in dem Bundesland. Der aktuelle Landesvorsitzende Andreas Stoch und Generalsekretär Sascha Binder haben daraufhin ihren Rücktritt erklärt.
In den vergangenen 20 Jahren hat die SPD in Baden-Württemberg kontinuierlich an Zustimmung verloren. Lag ihr Stimmenanteil 2004 noch bei 25,7 Prozent, sank er bis 2021 auf 15,1 Prozent. Bei der jüngsten Wahl rutschte die Partei auf den vierten Platz ab – weit hinter den Grünen, die sich von 8,3 Prozent im Jahr 2004 auf nun 32,6 Prozent steigerten. Die CDU verlor leicht von 31,9 auf 24,1 Prozent, während die FDP von 5,6 auf 9,8 Prozent zulegte.
Die Jungsozialisten (Jusos) fordern eine Mitgliederbefragung, um den Führungswechsel mitzugestalten. Auf einem Landesparteitag am 20. Juni wird ein neuer Vorstand gewählt; bis zum Sommer soll die Neuaufstellung abgeschlossen sein. Zudem will die SPD die Wahlergebnisse in den kommenden Monaten mit Unterstützung externer Expertinnen und Experten aufarbeiten.
Mit dem Rückzug von Stoch und Binder muss die SPD nun nach ihrem historischen Tiefschlag neu aufstellen. Der anstehende Parteitag und die Einbindung der Basis werden die nächsten Schritte bestimmen. Ziel ist es, die Position der Partei bis zum nächsten Wahlzyklus zu stabilisieren.
