06 March 2026, 10:01

Apotheker und Grüne streiten über Finanzierung der deutschen Apotheken

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Apotheker und Grüne streiten über Finanzierung der deutschen Apotheken

Ein hitziger Streit ist zwischen einem örtlichen Apotheker und der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen über die Finanzierung deutscher Apotheken entbrannt. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, widersprach den Kritikpunkten von Paula Piechotta am Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz. Die Auseinandersetzung macht die wachsenden Spannungen deutlich, die durch die finanzielle Belastung des Sektors entstehen.

Seit 2013 ist die Zahl der Apotheken in Deutschland von 20.662 auf 17.288 im Juli 2024 gesunken, wobei unklar bleibt, wie viele davon tatsächlich geschlossen oder insolvent geworden sind.

Ausgelöst wurde der Konflikt, als Piechotta sich während der ersten Lesung des Gesetzesentwurfs im Parlament gegen das geplante Apotheken-Versorgungsstärkungsgesetz aussprach. Sie argumentierte, eine pauschale Erhöhung der Festzuschläge für die Abgabe von Medikamenten würde vor allem großen, umsatzstarken Apotheken unrechtmäßig zugutekommen. Zudem warnte sie davor, dass sich höhere Krankenkassenbeiträge gegenüber einkommensschwachen Haushalten nur schwer rechtfertigen ließen.

Arslan reagierte mit einer direkten E-Mail an Piechotta und forderte eine Klarstellung ihrer Position. Er hinterfragte, warum Gebührenerhöhungen für andere Akteure im Gesundheitswesen – etwa Ärzte oder Politiker – weniger kritisch hinterfragt würden als jene für Apotheken. Zudem drängte er sie zu erklären, ob sie inflationsbereinigte Zahlungen für den Sektor grundsätzlich ablehne.

Arslan betonte, dass lokale Apotheken unverzichtbare Leistungen erbrächten – von der Arzneimittelversorgung über persönliche Beratung bis hin zur Notfallbetreuung –, und dies unter enormem finanziellen Druck. Er forderte eine sachliche Debatte, frei von pauschaler Kritik an der Branche. Viele Apotheken, so Arslan, kämpften mittlerweile ums Überleben – ein Bild, das im Widerspruch zur öffentlichen Wahrnehmung ihrer Profitabilität stehe.

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Die Kontroverse spiegelt die größeren Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des deutschen Apothekennetzes wider. Angesichts Tausender weniger Standorte als noch vor einem Jahrzehnt wird die Diskussion über Finanzierung und faire Vergütung voraussichtlich weitergehen. Arslans Konfrontation mit Piechotta steht dabei exemplarisch für die weitverbreitete Frustration unter Apothekern angesichts wirtschaftlicher Zwänge und politischer Entscheidungen.

Quelle