Volkswagen prüft Rüstungsproduktion in Osnabrück nach Porsche-Aus
Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Betriebsrats von Volkswagen, hat sich offen für Rüstungsaufträge beim Autokonzern gezeigt. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen neue Produktionsmöglichkeiten für sein Werk in Osnabrück prüft. Der Standort steht vor Veränderungen, nachdem Porsche dort 2025 die Modellfertigung einstellen wird.
Das Werk in Osnabrück, das in Niedersachsen liegt, produziert derzeit Porsche-Modelle sowie den VW T-Roc Cabrio. Doch die Porsche-Fertigung endet 2025, und auch der T-Roc Cabrio soll bis Mitte 2027 auslaufen. Cavallo hat die Rüstungsproduktion als mögliche Zukunftsperspektive für das Werk ins Spiel gebracht, auch wenn Volkswagen bisher keine konkreten Pläne für die rheinmetall aktie bestätigt hat.
2022 gründeten Volkswagen und Rheinmetall ein Joint Venture zur Herstellung von Militärfahrzeugen, darunter der gepanzerte Transportwagen Fuchs. Das Bündnis hat bereits Aufträge zur Belieferung von NATO-Partnern und der deutschen Bundeswehr erhalten, wobei Details zu jüngsten Verträgen für 2025 und 2026 noch nicht bekannt sind. Rheinmetall gilt nun als möglicher Partner für Rüstungsprojekte in Osnabrück.
Cavallo betonte die Notwendigkeit, dass Europa und Deutschland ihre Verteidigungssouveränität stärken müssen. Ihre Haltung spiegelt die größeren Herausforderungen der Branche wider, da geopolitische Spannungen und Handelskonflikte Autokonzern wie Volkswagen unter Druck setzen. Gleichzeitig lehnte sie Sparmaßnahmen ab, die die Belegschaft belasten könnten, und stellte klar, dass keine Werksschließungen – auch nicht in Osnabrück – akzeptiert werden.
Ein 2024 beschlossenes Sparprogramm sieht vor, bis 2030 in Deutschland 35.000 Stellen abzubauen, allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen oder Standortschließungen. Cavallos Position unterstreicht den Spagat zwischen wirtschaftlichen Zwängen und dem Schutz der Arbeitsplätze.
Das Volkswagen-Werk in Osnabrück könnte sich künftig stärker auf die Rüstungsproduktion konzentrieren, während die klassische Automobilfertigung zurückgefahren wird. Das Joint Venture mit Rheinmetall liefert bereits Militärfahrzeuge an die NATO und die Bundeswehr. Ob weitere Rüstungsaufträge folgen, hängt von weiteren Verhandlungen und strategischen Entscheidungen in den kommenden Jahren ab.
