CDU fordert dringende Apothekenreform: Festbeträge und Digitalisierung im Fokus
Emma KrügerCDU fordert dringende Apothekenreform: Festbeträge und Digitalisierung im Fokus
Die Debatte über die Finanzierung von Apotheken in Deutschland hat erneut an Fahrt aufgenommen. Die CDU-Politikerin Simone Borchardt hat dabei zentrale Reformprioritäten skizziert. Zu den drängendsten Themen zählen das Festbetragssystem, der digitale Zugang für Apotheker sowie die Sorge vor wachsendem Konkurrenzdruck durch Versandapotheken. Borchardt betonte, dass dringend Änderungen nötig seien, um die unter finanzieller Belastung stehenden Apotheken zu entlasten.
Seit 2022 haben die Diskussionen um die Festbetragsregelung an Schärfe gewonnen. Die ABDA, der Deutsche Apothekerverband, warnt seit Langem, dass steigende Kosten und Inflation die Finanzierung unzureichend werden ließen. Die Forderungen umfassen eine Kopplung der Vergütung an die tatsächlichen Apothekenausgaben sowie eine einmalige Spritze von einer Milliarde Euro – Ansätze, die von der Union (CDU/CSU) teilweise aufgegriffen wurden. Diese hatte 2023 eine jährliche Erhöhung um 500 Millionen Euro gefordert. Die SPD hingegen setzt auf leistungsbezogene Anpassungen, verknüpft mit erweiterten Serviceangeboten, während die Grünen in ihren Gesundheitsplänen für 2024 nachhaltigkeitsorientierte Vergütungsmodelle vorantreiben. Doch bis Anfang 2026 wurden noch keine abschließenden Reformen umgesetzt.
Borchardt machte deutlich, dass Apotheker die finanziellen Risiken der Nullretaxationsregel nicht länger tragen dürften, und bezeichnete die aktuelle Situation als inakzeptabel. Gleichzeitig lehnte sie Bestrebungen ab, Versand- oder ausländische Online-Apotheken weiter auszubauen, da dies die lokalen Apotheken schwächen würde. Stattdessen unterstrich sie die Notwendigkeit, Apothekern vollen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu gewähren, um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.
Die Verhandlungen zu den Reformen sollen in der kommenden Woche beginnen. Borchardt wies darauf hin, dass Apotheker bereit seien, mehr Verantwortung zu übernehmen. Weitere ungelöste Punkte sind Rabattregelungen, die voranschreitende Digitalisierung sowie die anhaltende Frage nach einer angemessenen Vertretung für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA).
Das Festbetragssystem bleibt ein zentraler Streitpunkt. In den anstehenden Gesprächen soll es um die Schließung von Finanzierungslücken und die Ausweitung von Dienstleistungen gehen. Apotheker könnten bald erweiterte digitale Zugriffsrechte auf Patientendaten erhalten, während die Beschränkungen für Versandapotheken vorerst bestehen bleiben dürften. Das Ergebnis der nächsten Verhandlungsrunde wird zeigen, wie mit den finanziellen und betrieblichen Herausforderungen umgegangen wird.
