05 March 2026, 20:01

Reform verschärft Kinderarmut: 1,8 Millionen Kinder von Kürzungen bedroht

Ein Plakat mit Text, das für den American Rescue Plan wirbt, um die Kinderarmut zu reduzieren, mit einem Bild einer Gruppe von Menschen.

Die Schwarz-Rote Regierung übersieht Kinderarmut bei der sozialen Reform - Reform verschärft Kinderarmut: 1,8 Millionen Kinder von Kürzungen bedroht

Der Deutsche Bundestag hat eine umfassende Reform des Sozialsystems beschlossen und das Bürgergeld in Grundsicherung umbenannt. Die Neuerungen sehen schärfere Sanktionen für Leistungsbezieher vor, darunter Kürzungen bei den Wohnkostenzuschüssen oder den vollständigen Entzug von Zahlungen bei versäumten Terminen im Jobcenter. Rund 1,8 Millionen Kinder leben in Haushalten, die auf diese Unterstützung angewiesen sind – viele Familien kämpfen bereits jetzt mit finanziellen Problemen.

Von der Reform direkt betroffen sind 1,8 Millionen Kinder, darunter 1,4 Millionen unter 14 Jahren. Diese Mädchen und Jungen haben oft nicht einmal das Nötigste, weil ihre Familien in prekären Verhältnissen leben. Durch die verschärften Strafen drohen Eltern, die Auflagen des Jobcenters nicht erfüllen, Kürzungen oder sogar der komplette Verlust ihrer Leistungen.

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Doch nicht nur Empfänger der Grundsicherung sind betroffen: Kinderarmut bleibt ein flächendeckendes Problem. 2024 lebten etwa 2,2 Millionen Minderjährige unter 18 Jahren (15,2 Prozent dieser Altersgruppe) in Haushalten mit einem Einkommen unter 60 Prozent des Medianwerts – sie gelten damit als armutsgefährdet. Weitere 3,3 Millionen Kinder (22,9 Prozent) waren von Einkommensarmut, geringer Erwerbstätigkeit oder materieller Entbehrung betroffen, was ihre Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe einschränkt.

Obwohl die Mehrheit der deutschen Eltern Maßnahmen gegen Kinderarmut fordert, tut die Reform wenig, um den Teufelskreis der Benachteiligung zu durchbrechen. Experten warnen, dass Armut in der Kindheit die Chancen verringert, sich später aus der finanziellen Not zu befreien. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann verteidigte die Änderungen und nannte das neue System "gerecht" – Kritiker hingegen befürchten, dass die Sanktionen die Not der ohnehin schon belasteten Familien weiter verschärfen.

Trotz der Reform leben in Deutschland weiterhin etwa drei Millionen Kinder in Armut. Zwar betont die Regierung, die neuen Regeln schafften mehr Gerechtigkeit, doch die Strafmaßnahmen könnten die finanzielle Belastung für bedürftige Familien weiter verschärfen. Ohne zusätzliche Hilfen dürfte sich an der Zahl der betroffenen Kinder kaum etwas ändern.

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