Sabotageverdacht: ICE kollidiert mit Reifen und Bobbycar bei Ashausen
Emma KrügerSabotageverdacht: ICE kollidiert mit Reifen und Bobbycar bei Ashausen
Hochgeschwindigkeits-ICE trifft auf Hindernisse bei Ashausen – Bundespolizei ermittelt wegen Verdachts auf Gefährdung des Bahnverkehrs
Am Samstagnachmittag ist ein ICE auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover in der Nähe des Bahnhofs Ashausen in Niedersachsen mit zwei großen Gegenständen auf den Gleisen kollidiert. Wie die Ermittler mitteilten, handelte es sich um einen Autoreifen mit Stahlfelge sowie ein Kinder-Bobbycar, ein kleines Spielzeugfahrzeug. Die Bundespolizei geht nun von einer vorsätzlichen Gefährdung des Bahnverkehrs aus und hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 17:48 Uhr, als der Zug mit einer Geschwindigkeit zwischen 150 und 160 km/h unterwegs war. Trotz des Aufpralls blieb glücklicherweise niemand verletzt – weder Passagiere noch Personal.
Die Beamten suchen derzeit nach Zeugen, die vor dem Vorfall verdächtige Aktivitäten in der Nähe der Gleise beobachtet haben könnten. Personen mit Hinweisen werden gebeten, sich unter der kostenlosen Rufnummer der Bundespolizei 0800 6 888 000 zu melden.
Der Vorfall reiht sich in die verstärkten Sicherheitsbemühungen deutscher Bahnunternehmen und Behörden ein. Seit 2026 gelten unter anderem folgende Maßnahmen: Körperkameras für kundennahe Mitarbeiter, verbesserte Notrufknöpfe für diskrete Alarmierungen sowie bessere Schutzausrüstung. Zudem wurden 200 zusätzliche Sicherheitskräfte eingestellt, die Polizeistreifen verstärkt und die Videoüberwachung ausgebaut – in einigen Regionen wie Nordrhein-Westfalen sogar mit KI-gestützten Systemen. Auf besonders gefährdeten Strecken kommen mittlerweile Zweierteams zum Einsatz, um gezielte Störungen abzuwehren und schneller zu erkennen.
Die Ermittlungen zur genauen Herkunft der Gegenstände auf den Gleisen laufen noch. Nach einer Kontrolle, die keine Schäden am Zug feststellte, konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Die Polizei appelliert erneut an die Wachsamkeit der Bevölkerung und bittet darum, verdächtige Vorgänge in der Nähe von Bahnstrecken umgehend zu melden.
