Kretschmann kritisiert CDU-Ideen: "Das machen wir schon" - Kretschmanns Abschied: Wer gewinnt das Duell zwischen Grünen und CDU?
Baden-Württembergs langjähriger Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Wahlkampagne seines CDU-Herausforderers im Vorfeld der Landtagswahl am Sonntag als ideenlos abgetan. Die Abstimmung wird über seinen Nachfolger nach 13 Jahren im Amt entscheiden – Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grünen und CDU, die jeweils bei 28 Prozent liegen.
Die politische Landschaft in Baden-Württemberg hat sich seit Kretschmanns Amtsantritt 2011 grundlegend verändert. Vor seiner Wahl dominierte die CDU fast sechs Jahrzehnte lang die Politik des Landes und gewann jede Landtagswahl seit 1952 – oft mit absoluter Mehrheit. Die Grünen, die erst 1983 in den Landtag einzogen, kämpften lange mit wechselhaften Ergebnissen, bis sie 2016 die CDU als stärkste Kraft überholten.
Kretschmann wirft dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel vor, alte Ideen aufzuwärmen. Dessen Schwerpunkte wie KI, Mobilität, Photonik, Robotik und Verteidigung spiegelten lediglich bestehende Regierungsinitiativen wider, so der Ministerpräsident. Selbst Hagels Pläne für einen Sicherheitsrat und ein Wirtschaftsexpertengremium existierten bereits unter anderen Namen.
Die Grünen unterstützen Cem Özdemir, den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister, als Kretschmanns Nachfolger. Der Amtsinhaber betont, Özdemirs Erfahrung und politische Tiefe machten ihn zum überzeugenderen Kandidaten – im Gegensatz zu Hagels Wahlkampf, den er als eine Ansammlung von Schlagworten ohne Inhalt bezeichnet.
Die Wahl am Sonntag markiert das Ende von Kretschmanns dreijähriger Amtszeit. Bei einem engem Rennen zwischen den beiden großen Parteien wird das Ergebnis zeigen, ob die Grünen ihre Vorherrschaft behalten oder die CDU die Dominanz zurückerobert. Die Entscheidung hängt davon ab, welche Zukunftsvision die Wähler überzeugt.
