Clara Herrmanns überraschender Rückzug erschüttert Friedrichshain-Kreuzbergs Politik
Moritz HartmannBezirksb├╝rgermeisterin Clara Herrmann tritt nicht wieder an - Clara Herrmanns überraschender Rückzug erschüttert Friedrichshain-Kreuzbergs Politik
Clara Herrmann, die 40-jährige Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg für die Grünen, wird im September nicht erneut kandidieren. Seit 2021 steht sie dem Bezirk vor und plant nun, nach fast einem Jahrzehnt in der Kommunalpolitik neue Herausforderungen anzugehen.
Mit ihrer Entscheidung endet eine politische Laufbahn von nahezu 25 Jahren im Kreisverband der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg.
Herrmann zog 2006 erstmals in das Berliner Abgeordnetenhaus ein, dem sie bis 2016 angehörte. Anschließend übernahm sie verantwortungsvollere Aufgaben in der Bezirksverwaltung, bevor sie im November 2021 zur Bezirksbürgermeisterin gewählt wurde. In ihrer Amtszeit setzte sie sich für eine sozialere, vielfältigere und klimafreundlichere Ausrichtung des Bezirks ein.
Unter ihrer Führung wurden Radwege ausgebaut und Grünflächen wie das Tempelhofer Feld geschützt. Sozialer Wohnungsbau, darunter über 1.000 neue bezahlbare Wohnungen bis 2025, hatte ebenfalls Priorität. Weitere Projekte förderten die Vielfalt, etwa queere Gemeinschaftszentren und Antidiskriminierungsprogramme an Schulen. Diese Initiativen blieben jedoch Teil der anhaltenden Debatten über Gentrifizierung und Klimagerechtigkeit.
Die Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung reagierte auf ihren Rückzug mit großem Bedauern und Anerkennung für ihr Engagement. Herrmann, Mutter von zwei Kindern, nannte persönliche und berufliche Weiterentwicklung als Gründe für ihren Schritt zurück.
Ihr Abschied fällt in eine Phase, in der die politische Ausrichtung des Bezirks – geprägt von einer rot-grünen Koalition – weiterhin über Themen wie Wohnraum, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit bis 2026 diskutiert wird.
Mit Herrmanns Ausscheiden hinterlässt sie eine Lücke in der Führung Friedrichshain-Kreuzbergs nach Jahren prägender Politik unter ihrer Ägide. Der Bezirk bereitet sich nun auf die Bürgermeisterwahl im September vor, wobei ihr Erbe eng mit Wohnungsbau-, Klima- und Vielfaltsprojekten verbunden bleibt. Die Grünen stehen nun vor der Aufgabe, eine Kandidatin oder einen Kandidaten zu finden, die oder der ihr politisches Vermächtnis fortsetzt.
