Wahlkampf in Berlin: Wer debattiert – und wer bleibt fern?
Berlins Oberbürgermeisterkandidaten zeigen unterschiedliche Debattenpräsenz vor der Wahl
Während einige Bewerber wie Steffen Krach (SPD) regelmäßig in öffentlichen Diskussionen auftreten, fallen andere – allen voran Kai Wegner – durch häufige Abwesenheit bei zentralen Veranstaltungen auf. Beobachter registrieren die gegensätzlichen Strategien im Wahlkampf mit Interesse.
Krach hat sich einen Namen damit gemacht, fast keine Debatte auszulassen. Oft teilt er sich die Bühne mit Elif Eralp von der Linken und Werner Graf von den Grünen. Ein Moderator bezeichnete die drei wegen ihrer häufigen gemeinsamen Auftritte scherzhaft als „kleines Podiums-Familientreffen“. Kritik gibt es an Krach jedoch wegen seiner dünnen Redebeitrags-Bilanz im Abgeordnetenhaus.
Wegner hingegen ließ bereits mehrere hochkarätige Termine aus. Bei einer Diskussion zur Zukunft von Kunst und Kultur schickte er stattdessen Finanz- und Kultursenator Stefan Evers. Auch eine Personalratskonferenz zu KI und Digitalisierung sowie eine Debatte über Antisemitismus-Bekämpfung sagte er ab – vertreten wurde er dort von Justizsenator Felor Badenberg.
Einzig bei einer Podiumsdiskussion des Landesverbands der Kleingärtner zu Schrebergärten bestätigte Wegner seine Teilnahme. Zur Veranstaltung der Berliner Bildungsallianz lud man ihn ein, doch er entsandte Katharina Günther-Wünsch. Aus Kreisen konkurrierender Kandidaten verlautet, dass seine Absagen nicht spurlos vorbeigehen.
Wegners zurückhaltende Debattenbeteiligung könnte sein Standing bei den Veranstaltern beeinträchtigen. Es gibt Anzeichen, dass er künftig von Formaten mit dem „Kern-Trio“ Eralp, Graf und Krach ausgeschlossen werden könnte. Sein Team wird die entstandenen Wahrnehmungen im Wahlkampf noch korrigieren müssen.






