19 April 2026, 18:03

Streit um Schneiders Windkraft-Plan: Milliarden für Turbinen in windschwachen Regionen

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um Schneiders Windkraft-Plan: Milliarden für Turbinen in windschwachen Regionen

Bundesumweltminister Carsten Schneider präsentiert umstrittenen Plan: Windkraftausbau in windschwachen Regionen

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat einen umstrittenen Plan vorgelegt, um Windkraftanlagen auch in die windärmsten Regionen Deutschlands auszubauen. Die Strategie zielt darauf ab, die Turbinen gleichmäßiger über das gesamte Bundesgebiet zu verteilen – statt sie wie bisher vor allem im windreichen Norden zu konzentrieren. Mit Milliardenfördergeldern soll bis 2030 der Bau von rund 2.000 neuen Anlagen vorangetrieben werden.

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Aktuell laufen bayerische Windräder im Schnitt nur mit 55 Prozent ihrer möglichen Leistung. Über drei Viertel der Anlagen stehen in Gebieten mit geringen Windaufkommen und sind daher auf erhebliche Subventionen angewiesen, um wirtschaftlich tragfähig zu bleiben. Bereits jetzt gleicht der Bund im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die geringere Effizienz dieser Standorte durch höhere Vergütungen aus, um ihre natürlichen Nachteile auszugleichen.

Schneiders Konzept sieht vor, zusätzliche 12 Gigawatt Windleistung auszuschreiben – mit Schwerpunkt auf den südlichen Bundesländern. Damit soll die Abhängigkeit vom Stromtransport über weite Strecken aus dem Norden verringert werden, der die Kosten in die Höhe treibt. Die deutsche Industrie leidet bereits unter den höchsten Strompreisen Europas: Energieintensive Unternehmen zahlen in diesem Jahr rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde.

Um das Vorhaben umsetzbar zu machen, setzt der Minister weiterhin auf das Referenzertragsmodell. Dieses System passt die Fördergelder so an, dass Betreiber in windschwachen Regionen trotzdem Gewinne erwirtschaften können. Ohne diese Stützung wäre Windstrom aus Süddeutschland nicht wettbewerbsfähig – was die Energiekosten der Industrie weiter belasten würde.

Kritiker warnen, dass der Bau von Anlagen in Gebieten mit schlechten Windverhältnissen Ressourcen verschwendet. Schneider hingegen betont, dass der Schritt das Stromnetz entlasten und Übertragungsverluste über lange Distanzen verringern werde.

Das ausgeweitete Förderprogramm soll den Bau neuer Turbinen vor allem in Bayern und anderen windschwachen Zonen ermöglichen. Gelingt der Plan, könnte dies den Druck auf die überlasteten Nord-Süd-Stromtrassen mindern. Langfristig bleibt jedoch unklar, wie sich die Maßnahme auf die Strompreise und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auswirken wird.

Quelle