17 June 2026, 16:32

Rébecca Chaillons provokantes Theaterstück La Parabole du Seum bricht Tabus

Wiener Festwochen: Überleben unter den Fettbergen

Rébecca Chaillons provokantes Theaterstück La Parabole du Seum bricht Tabus

Ein mutiges neues Bühnenstück mit dem Titel La Parabole du Seum sorgt im französischen Theater für Furore. Unter der Regie der Kultfigur Rébecca Chaillon erkundet die fast drei Stunden dauernde Produktion das Leben von Menschen, die sich als fett identifizieren. Inspiriert ist das Stück von Octavia Butlers Roman Parabel vom Sämann sowie den realen Geschichten einer Popikone und einer Astrophysikerin aus Chaillons eigener stigmatisierter Banlieue.

Die Aufführung beginnt mit einer Szene, in der ein Schauspieler Butter an das Publikum verteilt. Es folgen groteske und absurde Szenen, bei denen unter anderem Gelatine und Spüllappen zum Einsatz kommen. Die Darsteller:innen inszenieren Ausschnitte aus der TV-Show The Biggest Loser und entschuldigen sich für ihre Körper – eine konfrontative Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Einstellungen zu Gewicht.

Der Titel La Parabole du Seum spielt im Französischen mit mehreren Bedeutungen und verleiht dem zentralen Thema der Skalierung zusätzliche Tiefe. Sieben Performende bringen die Inszenierung unter Chaillons Regie auf die Bühne. Die Regisseurin, die sich selbst als „schwarze, fette, kinderlose, alternde Lesbe“ beschreibt, hat in Frankreich mit ihrer schonungslosen und provokanten Arbeit eine treue Fangemeinde gewonnen.

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Das Stück Die Parabel der Säure fordert Wahrnehmungen heraus und verleiht marginalisierten Erfahrungen eine Stimme. Fast drei Stunden lang verbindet es Humor, Absurdität und schonungslose Ehrlichkeit. Das Publikum verlässt den Saal mit einer schroffen, unvergesslichen Reflexion über Identität und Akzeptanz.

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