MSC plant heimlich den Vorstoß bei Hapag-Lloyd – doch der Zeitplan überrascht
Moritz HartmannMSC plant heimlich den Vorstoß bei Hapag-Lloyd – doch der Zeitplan überrascht
Diego Aponte, Chef der MSC, bereitet sein Unternehmen leise auf einen möglichen Vorstoß bei Hapag-Lloyd vor. Die größte Containerreederei der Welt zeigt ein wachsendes Interesse an ihrem auf Platz fünf rangierenden Konkurrenten. Wie das manager magazin in einem aktuellen Bericht darlegt, deutet sich hier ein strategischer Kurswechsel an – ein unmittelbarer Übernahmeversuch steht jedoch nicht bevor.
Aponte verfolgt seit Langem eine expansive Wachstumsstrategie und investiert Rekordgewinne gezielt in große Vermögenswerte. Dazu zählen eine 49,9-Prozent-Beteiligung am Hamburger Hafen- und Logistikunternehmen HHLA sowie eine neue Flotte von Öltankern. Nun richtet sich sein Blick auf Quiñenco, die Muttergesellschaft der chilenischen Reederei CSAV, wo sich verschiebende Machtverhältnisse den Weg zu Hapag-Lloyd-Aktien ebnen könnten.
Der deutsche Schifffahrtsriese bleibt vorerst durch seine Aktionärsstruktur geschützt. Klaus-Michael Kühne und CSAV halten jeweils rund 30 Prozent der Anteile und sind durch einen Pakt bis 2030 gebunden. Doch MSC verfügt über die nötigen Ressourcen, Geduld und Wachstumsambitionen, die seine strategischen Manöver bedeutsam machen.
Aponte hat zudem den Großteil seiner MSC-Anteile an seine Kinder, Diego und Alexa, übertragen. Beide teilen seine Vision eines aggressiven Expansionskurses. Eine Beteiligung an Hapag-Lloyd wäre ein weitaus größeres Geschäft – mit erheblichen industriepolitischen Folgen.
MSCs Interesse an Hapag-Lloyd deutet eher auf eine langfristige Strategie hin als auf ein spontanes Übernahmeangebot. Das Unternehmen hat die Mittel und die Geduld, um den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Jeder Schritt in diese Richtung würde die Branche grundlegend verändern – angesichts der Größe und strategischen Bedeutung Hapag-Lloyds.






