Italo kommt 2028: Pro Bahn fordert faire Bahn-Regeln für alle Regionen
Henry SeidelItalo kommt 2028: Pro Bahn fordert faire Bahn-Regeln für alle Regionen
Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt Markteintritt des italienischen Hochgeschwindigkeitsanbieters Italo in Deutschland
Die deutsche Fahrgastorganisation Pro Bahn hat den geplanten Einstieg des italienischen Hochgeschwindigkeitsbahnbetreibers Italo in den deutschen Fernverkehr begrüßt. Die Organisation sieht darin Chancen für mehr Wettbewerb, pocht jedoch auf klare politische Rahmenbedingungen, um faire Bedingungen im gesamten Sektor zu gewährleisten.
Italo plant, ab 2028 Verbindungen auf stark nachgefragten Strecken anzubieten, darunter Berlin–München, München–Hamburg sowie Köln–Frankfurt–München. Pro Bahn anerkennt zwar die Vorteile eines verstärkten Wettbewerbs, warnt jedoch davor, dass neue Anbieter vorrangig lukrative Strecken bedienen könnten – zum Nachteil weniger rentabler Verbindungen.
Der Verband fordert ein einheitliches Tarifsystem für alle Bahnanbieter. Dies würde es Fahrgästen ermöglichen, flexibel mit einem einzigen Ticket – einschließlich Zeitkarten und einer möglichen anbieterübergreifenden BahnCard – zu reisen. Zudem verlangt Pro Bahn rechtlich verbindliche Schutzmechanismen für bestehende Regionalverkehre, insbesondere bei der Vergabe von Trassenkapazitäten auf stark frequentierten Strecken.
Der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Koch betonte, dass der Wettbewerb allen Fahrgästen in Deutschland zugutekommen müsse – nicht nur denen in Ballungsräumen. Die Organisation unterstreicht, dass die Politik klare Regeln aufstellen müsse, um Benachteiligungen für ländliche Regionen, Regionalverkehre und Stammkunden zu verhindern. Zudem müsse das bestehende Eisenbahnrecht konsequent angewendet werden, um ein einheitliches Tarifsystem durchzusetzen.
Pro Bahn schlägt die Schaffung einer unabhängigen nationalen Behörde für den Fernverkehr vor. Diese sollte Strecken vergeben und ein Gleichgewicht zwischen rentablen und weniger lukrativen Verbindungen sicherstellen.
Mit ihren Forderungen will die Fahrgastorganisation faire Wettbewerbsbedingungen und einen gleichberechtigten Zugang zu Bahnleistungen in ganz Deutschland gewährleisten. Der Markteintritt von Italo könnte die Wahlmöglichkeiten für Reisende erweitern – doch Pro Bahn bleibt dabei: Starke Regulierungen seien unverzichtbar, um alle Regionen und Fahrgäste zu schützen.






