Hamburger Ruderinnen-Club enthüllt dunkle NS-Vergangenheit nach jahrzehntelangem Schweigen

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In einer Stadionhalle liegen drei Frauen auf dem Boden, zwei in blauen Hemden und eine in einem weißen Hemd, die einen Ball wirft, während Zuschauer in blauen Hemden auf Bänken darüber sitzen.

Hamburger Ruderinnen-Club enthüllt dunkle NS-Vergangenheit nach jahrzehntelangem Schweigen

Der Hamburger Ruderinnen-Club von 1925, ein renommierter Frauen-Ruderverein, blickt auf eine belastete Vergangenheit der Zusammenarbeit mit dem NS-Regime zurück. Aktuelle Forschungen des Clubs selbst legen tiefe ideologische Verstrickungen und aktive Mitwirkung an nationalsozialistischen Maßnahmen offen – darunter der Ausschluss jüdischer Mitglieder und die Übernahme von NS-Propaganda in den Vereinsaktivitäten.

Der 1925 gegründete Verein schloss sich früh der nationalsozialistischen Ideologie an. Bereits 1933 führte er den "Arierparagrafen“ ein und verweigerte jüdischen Frauen die Mitgliedschaft. Noch im selben Jahr skandierten Mitglieder bei der traditionellen "Anrudern“-Feier NS-Parolen und sangen die Parteihymne.

Die Vereinsführung rückte weiter in die Nähe des Regimes. Die Vorsitzende Sophie Barrelet wurde zur "Führerin“ ernannt – eine Position, die sie demokratischer Kontrolle entzog. Die charismatische Funktionärin machte unter den Nationalsozialisten Karriere und stieg später in leitende Positionen der Schulverwaltung auf. Mindestens sechs Vereinsmitglieder, darunter zwei spätere Ehrenmitglieder, traten in die NSDAP ein. 1935 passte der Club seine Satzung den NS-Grundsätzen an und erklärte sein Ziel, "körperliche und geistige Erziehung im Sinne des Volksstaates“ zu fördern. Anders als in der Weimarer Republik propagierte er nun Frauenrudern als Teil der nationalsozialistischen Körperkultur. Selbst 1944 nahm der Verein noch an NS-veranstalteten Wettkämpfen teil.

Erst Jahrzehnte später, um 2020, begann der Hamburger Ruderinnen-Club, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Durch Recherchen und öffentliche Stellungnahmen setzte er sich mit seiner Rolle bei der Zwangs-"Arisierung“ 1934 und der Ausgrenzung jüdischer Ruderinnen auseinander.

Die eigenen Untersuchungen des Vereins belegen seine Mittäterschaft bei der NS-Diskriminierung. Durch Ausschlusspolitik und die Übernahme von NS-Symbolik festigte er die Ideologie des Regimes. Heute steht die öffentliche Auseinandersetzung mit dieser Geschichte für einen Wandel hin zu Transparenz und Verantwortung.

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