FDP-Streit eskaliert: Debatte platzt wegen Junge Freiheit-Interview
Eine geplante Debatte zwischen FDP-Generalsekretär Martin Hagen und Sabine Döring ist abgesagt worden. Döring sagte die Veranstaltung ab, nachdem Hagen ein Interview mit der Jungen Freiheit gegeben hatte – einer Zeitung, die sie politisch inakzeptabel findet. Die Entscheidung hat eine Diskussion über den Umgang der FDP mit bestimmten Medien und Wählergruppen ausgelöst.
Sabine Döring, die mit Hagen in der Friedrich-Naumann-Stiftung diskutieren sollte, zog ihre Teilnahme zurück, weil er der Jungen Freiheit ein Interview gab. Sie lehnt das Blatt ab, das bekanntlich Leser hat, die der AfD nahestehen. Ironischerweise hatte Hagen in dem Gespräch gerade den Rückgang offener Debatten in der Politik kritisiert.
Auch andere FDP-Politiker haben sich bereits in der Jungen Freiheit geäußert, sei es durch Interviews oder Gastbeiträge. Die Partei hält es für entscheidend, AfD-nahen Wählern zu erreichen, um Wahlchancen zu verbessern – ein Vorgehen, das von einigen Wissenschaftlern kritisch gesehen wird.
Hagen hatte die AfD in der Vergangenheit wiederholt scharf verurteilt. Dennoch wirbt die FDP gezielt um Wähler, die zur AfD abgewandert sind – eine Strategie, die vor dem Hintergrund der existenzbedrohenden Krise der Partei steht, nachdem sie in den letzten Jahren viele Anhänger an die AfD verloren hat.
Dörings Absage wird als Versuch gewertet, Hagen die Unterstützung zu entziehen. Der Streit zeigt die Spannungen um die FDP-Strategie, sich über die Junge Freiheit und deren Leserschaft an AfD-Sympathisanten zu wenden. Der Versuch der Partei, Wähler von der AfD zurückzugewinnen, bleibt ein umstrittenes Thema.






