Deutsche Unternehmen zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei Cloud-Diensten aus den USA
Lina FuchsDeutsche Unternehmen zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei Cloud-Diensten aus den USA
Eine neue Umfrage zeigt: Deutsche Unternehmen bevorzugen deutlich heimische Cloud-Anbieter – doch die Realität sieht anders aus. Trotz dieser Präferenz setzen die meisten weiterhin auf US-Dienste, was die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit unterstreicht. Sorgen um digitale Souveränität und die Abhängigkeit von ausländischer Technologie befeuern die Forderungen nach einem Wandel.
Aktuell nutzen 71 Prozent der deutschen Unternehmen Cloud-Dienste aus den USA, doch nur 8 Prozent bevorzugen diese tatsächlich. Dagegen würden 91 Prozent lieber auf deutsche Anbieter setzen – doch nur 53 Prozent tun dies auch. Diese Diskrepanz erklärt sich durch das begrenzte Angebot europäischer Alternativen, die mit der technologischen Stärke der US-Konzerne mithalten können. 43 Prozent der Unternehmen zeigen sich frustriert über diese Situation.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betonte die Bedeutung von Cloud-Computing als kritische Infrastruktur. Die wirtschaftliche Souveränität bleibe für deutsche Unternehmen ein zentrales Anliegen, so Wintergerst. Die Abhängigkeit von US-Anbietern bereitet 85 Prozent der Führungskräfte Sorgen, und 64 Prozent überdenken aufgrund der Politik der US-Regierung derzeit ihre Cloud-Strategien.
Die Nachfrage nach europäischen Lösungen ist groß: 80 Prozent der Unternehmen fordern den Aufbau deutscher oder europäischer Hyperscaler. Einige sind sogar bereit, für lokale Angebote Kompromisse einzugehen: 25 Prozent würden längere Wartezeiten für neue Funktionen akzeptieren, und 37 Prozent wären bereit, erhebliche Nachteile in Kauf zu nehmen – solange die Datenverarbeitung streng in Deutschland erfolgt. Allerdings würden nur 12 Prozent einen Aufpreis von 10 bis 20 Prozent für einen deutschen Dienst zahlen.
Die Umfrage macht einen klaren Trend deutlich: Deutsche Unternehmen wollen ihre Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verringern. Zwar sind viele zu Zugeständnissen bereit, doch die Kosten bleiben eine Hürde. Der Druck für europäische Alternativen wächst, doch technologische und finanzielle Hindernisse bestehen weiter.






