Dermbachs Bürger protestieren gegen geplantes Windvorranggebiet W 14
Öffentliche Versammlung in Dermbach: Bürger diskutieren geplantes Windvorranggebiet W 14
Am Montag veranstaltete die Gemeinde Dermbach eine öffentliche Versammlung, um über das geplante Windvorranggebiet W 14 zu beraten. Rund 100 Anwohner, Gemeinderäte sowie Vertreter der Bürgerinitiative „Keine Windräder im Wald“ nahmen an der Veranstaltung teil. Im Mittelpunkt stand der zweite Entwurf eines Teilplans, der 40 neue Windvorranggebiete auf etwa 7.483 Hektar in der Region vorsieht.
Der Abend begann mit Präsentationen zum Windvorranggebiet W 14 sowie zum übergeordneten Teilplan für Windenergie durch den Planungsverband Südwestthüringen. Bürgermeister Thomas Hugk eröffnete die Diskussion, indem er die Bedeutung einer Abwägung zwischen Chancen und Risiken des Windkraftausbaus betonte. Er rief die Anwesenden zu einer sachlichen und konstruktiven Debatte auf.
In der anschließenden Fragerunde überwogen kritische Stimmen. Viele Bürger forderten eine direkte Bürgerbeteiligung oder ein Bürgerbegehren zu den Plänen. Andere äußerten Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Risiken, Landschaftsbeeinträchtigungen und fehlender Bedarfsanalysen für den regionalen Energiebedarf vor der Genehmigung neuer Standorte. Zudem gab es Fragen zur Energiespeicherung – zahlreiche Teilnehmer zweifelten daran, wie eine zuverlässige Versorgung ohne ausreichende Kapazitäten gewährleistet werden solle.
Kritik gab es auch am Planungsverfahren selbst. Die Anwesenden bemängelten übermäßig bürokratische Abläufe bei Einsprüchen und Widersprüchen, wobei unklare formale Anforderungen und Fristen für Verwirrung sorgten. Als Reaktion bot die Bürgerinitiative „Keine Windräder im Wald“ aus Stadtlengsfeld an, Bürgern bei der Formulierung und Einreichung von Stellungnahmen und Einsprüchen zu helfen.
Die Versammlung zeigte eine deutliche lokale Ablehnung der aktuellen Windenergiepläne. Viele Anwohner verließen die Veranstaltung mit ungelösten Fragen zu Transparenz, Gesundheitsrisiken und der Machbarkeit der Energiespeicherung. Die Bürgerinitiative erklärte sich bereit, Betroffene bei der Navigation durch das Widerspruchsverfahren zu unterstützen.






