Wohnungsnot in Deutschland verschärft sich: 100.000 Sozialwohnungen verloren – und es werden mehr
Henry SeidelWohnungsnot in Deutschland verschärft sich: 100.000 Sozialwohnungen verloren – und es werden mehr
Deutschland steht vor einer sich verschärfenden Wohnungsnot, da jährlich zehntausende Sozialwohnungen ihren preisgebundenen Status verlieren. Zwischen 2020 und 2024 wurden über 100.000 solche Wohnungen aus der Förderung genommen – und in den kommenden Jahren drohen weitere Verluste.
Laut dem Sozialwohnungsmonitor 2026 fehlen bundesweit derzeit 1,4 Millionen Wohnungen. Die jüngste Politik setzt verstärkt auf Mietzuschüsse für einkommensschwache Haushalte statt auf direkten Neubau von Sozialwohnungen. Kritiker monieren, dieser Ansatz bekämpfe den strukturellen Mangel nicht, sondern biete nur vorübergehende Entlastung.
Mitte April unterzeichneten Deutschland und die Ukraine ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Später verbreitete sich online die Behauptung, Deutschland habe trotz eigener Wohnungsnot 233 Millionen Euro für ukrainischen Sozialwohnungsbau zugesagt. Tatsächlich sind jedoch nur 25 Millionen Euro dieses Pakets für Sozialwohnungen in der Ukraine vorgesehen – der Rest fließt in andere Projekte.
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, kündigte einen 23,5-Milliarden-Euro-Plan bis 2029 an, um den Rückgang bezahlbaren Wohnraums zu bremsen. Parallel wird das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in den nächsten Monaten weitere Kooperationsprojekte prüfen und finalisieren.
Die Bundesregierung schätzt, dass künftig jährlich rund 55.000 Sozialmietwohnungen ihren gebundenen Status verlieren könnten. Angesichts der bestehenden Engpässe und politischer Kurswechsel wird der Druck auf den bezahlbaren Wohnungsmarkt in Deutschland weiter steigen. Der neue Förderplan soll diesen Trend in den nächsten fünf Jahren umkehren.






