Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkrise und fordert Notfallplan
Lina FuchsWirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkrise und fordert Notfallplan
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einem schweren Preisschock durch die eskalierende Golfkrise
Ohne rasches Handeln drohe der globalen Wirtschaft eine neue Krise, so der Ökonom. Seine Vorschläge zielen darauf ab, die Märkte zu stabilisieren und einkommensschwache Haushalte in Europa zu schützen.
Trugers Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die steigenden Spannungen im Persischen Golf die Energiemärkte gefährden. In der Zeitschrift Surplus hat er einen detaillierten Plan skizziert, um wirtschaftliche Instabilität abzuwenden. Dazu gehören die vorübergehende Aussetzung der strengen Schuldenbremse sowie die Einführung von Preisobergrenzen für Grundgüter.
Um die finanzielle Belastung zu mildern, schlägt Truger eine einmalige Inflationsausgleichsprämie vor, die steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Dies soll Arbeitgeber dazu motivieren, ihren Beschäftigten Sonderzahlungen zu gewähren. Zudem fordert er die Wiedereinführung gezielter Preisbremsen für Gas, Öl und Strom, um übermäßige Kostensteigerungen einzudämmen.
Für EU-Länder mit begrenztem fiskalischem Spielraum empfiehlt Truger die Schaffung von Unterstützungsmechanismen, um eine gemeinsame Reaktion zu ermöglichen. Er ruft Regierungen und Sozialpartner auf, zusammenzuarbeiten, um eine Lohn-Preis-Spirale zu verhindern. Darüber hinaus plädiert er dafür, die Notfallklausel der Schuldenbremse zu aktivieren, um kurzfristige, gezielte Finanzhilfen zu ermöglichen.
Seine Vorschläge orientieren sich an früheren EU-Initiativen wie dem 750-Milliarden-Euro-Programm NextGenerationEU, das den Mitgliedstaaten zwischen 2021 und 2027 half, sich von der Pandemie zu erholen. Das Programm förderte grüne und digitale Reformen, um die Widerstandsfähigkeit Europas zu stärken.
Trugers Plan zielt darauf ab, scharfe Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank zu vermeiden. Durch die Kombination von fiskalischer Flexibilität, Preiskontrollen und gezielter Unterstützung will er die Volkswirtschaften vor den schlimmsten Folgen des drohenden Schocks bewahren. Für den Erfolg der Maßnahmen wäre eine enge Abstimmung zwischen Regierungen, Finanzinstitutionen und Arbeitgebern erforderlich.






