Studie: CSU und Freie Wähler setzen auf regionales Populismus - Wie CSU und Freie Wähler mit bayerischem Populismus Wähler ködern
Eine neue Studie zeigt, wie Bayerns regierende Parteien wie die Christlich-Soziale Union (CSU) und die Freien Wähler regionalen Populismus nutzen, um Wähler zu gewinnen. Sie betonen regelmäßig die bayerische Identität und stellen sie Entscheidungen aus Berlin und Brüssel gegenüber. Mit dieser Strategie grenzen sie sich von der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) ab, die stattdessen auf eine breitere nationalistische Rhetorik setzt.
Der Parteiforscher Jan Philipp hat die Strategien von CSU und Freien Wählern untersucht. Beide Parteien heben in ihren Wahlkämpfen die bayerische Kultur, die Heimat und die Menschen besonders hervor. Ähnliche Themen finden sich auf ihren Websites und sogar im bayerischen Agrarministerium wieder – nationale und europäische Politiken werden dabei als Bedrohung für die regionalen Interessen dargestellt.
Diese Taktik scheint bei bestimmten Wählergruppen zu wirken. Bürger mit regional-populistischen Tendenzen neigen eher dazu, CSU oder Freie Wähler zu wählen als die AfD. Wähler der Linken, der Sozialdemokraten (SPD) und der Grünen lehnen solche Botschaften dagegen weitgehend ab. Trotz des Fokus auf regionale Identität schwächt diese Strategie die Position der AfD jedoch nicht spürbar. Die rechtspopulistische Partei liegt in Bayern weiterhin nahe an ihrem Bundesschnitt – ein Zeichen dafür, dass ihre übergreifende populistische Ansprache weiterhin bei manchen Wählern Anklang findet.
Die Studie verdeutlicht, wie regionaler Populismus die bayerische Politik prägt. Indem CSU und Freie Wähler die lokale Identität betonen, sichern sie sich die Unterstützung von Wählern, die nationalen und EU-Politiken skeptisch gegenüberstehen. Gleichzeitig behält die AfD ihren Rückhalt – ein Beleg dafür, dass verschiedene Formen des Populismus innerhalb derselben Wählerschaft koexistieren können.
