Weißes Geisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Unfall an mehr Verkehrssicherheit
Henry SeidelWeißes Geisterrad in Zwintschöna mahnt nach tödlichem Unfall an mehr Verkehrssicherheit
An der Kreuzung Reideburger Straße / Am Friedrichsbad in Zwintschöna ist ein Geisterrad aufgestellt worden. Das weiße Fahrrad erinnert an einen 64-jährigen Radfahrer, der dort am 20. Juni 2025 nach einer Kollision mit einem Auto ums Leben kam. Der ADFC Halle-Saalekreis installierte das Mahnmal, um dringende Verbesserungen der Verkehrssicherheit zu fordern.
Der tödliche Unfall ereignete sich auf der Landesstraße 167, wo Autos bis zu 100 km/h fahren dürfen. Der ADFC kritisiert seit Langem, dass solche hohen Geschwindigkeiten eine erhebliche Gefahr für Radfahrer darstellen, die sich die Straße mit dem motorisierten Verkehr teilen müssen. Als Konsequenz fordert der Verband nun eine sofortige Reduzierung des Tempolimits auf 70 km/h an der Unfallstelle.
Das Geisterrad dient zugleich als Gedenkstätte und als Protestsymbol. Solche Installationen gibt es weltweit – sie markieren Orte, an denen Radfahrer getötet wurden, und mahnen sicherere Verkehrsinfrastrukturen an. Die lokale ADFC-Gruppe wirft dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Sachsen-Anhalt (LSBB) vor, seine Pflicht zum Schutz vulnerabler Verkehrsteilnehmer zu vernachlässigen.
Neben der Geschwindigkeitsbegrenzung pocht der Verband auf einen eigenständigen Radweg entlang der Landesstraße 167. Eine physische Trennung vom Autoverkehr würde das Risiko weiterer Zusammenstöße verringern. Langfristig strebt der ADFC die Vision Zero an – ein Verkehrssystem, das Todesfälle und schwere Verletzungen auf den Straßen vollständig vermeiden soll.
Das Geisterrad am Friedrichsbad ist nicht das einzige in Sachsen-Anhalt, auch wenn die genaue Zahl weiterer Mahnmale unklar bleibt. Jede Installation unterstreicht die anhaltenden Gefahren, denen Radfahrer auf Straßen ausgesetzt sind, die vor allem für schnellen Autoverkehr konzipiert wurden.
Das Geisterrad steht als sichtbares Mahnmal für die Notwendigkeit sicherer Radverkehrsbedingungen. Der ADFC setzt die Behörden weiterhin unter Druck, konkrete Maßnahmen umzusetzen: Tempolimits senken, geschützte Radwege ausbauen und sich zur Vision Zero bekennen. Ohne diese Veränderungen, warnt der Verband, bleibe das Leben von Radfahrern auf Straßen wie der Landesstraße 167 weiter in Gefahr.






