05 June 2026, 17:23

Von 400 Exemplaren zur polarisierenden Medienmacht: 40 Jahre Junge Freiheit

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zur polarisierenden Medienmacht: 40 Jahre Junge Freiheit

Vor vierzig Jahren begann die Junge Freiheit (JF) als kleines Blatt mit nur 400 gedruckten Exemplaren. Gründer Dieter Stein transportierte die ersten Ausgaben in einem Pappkarton auf dem Gepäckträger seines Fahrrads nach Hause. Die Zeitung sollte eine Gegenposition zu dem bilden, was Stein als linke Vorherrschaft in deutschen Medien und Hochschulen wahrnahm.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die JF zu einer polarisierenden Stimme im deutschen Journalismus. Ihre Geschichte ist geprägt von Protesten, Überwachung und sogar gewalttätigen Angriffen – ein Spiegel ihrer umstrittenen Rolle in der öffentlichen Debatte.

Die erste Ausgabe der Jungen Freiheit erschien 1986. Von Anfang an positionierte sie sich als rechtskonservative Alternative zu den etablierten Medien. Steins Ziel war es, gegen das zu kämpfen, was er als ideologische Voreingenommenheit an Universitäten und in Redaktionen ansah.

Bereits in den frühen 1990er-Jahren stieß die Zeitung auf massiven Widerstand. 1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen in Freiburg gegen die JF und warfen ihr rechtsextreme Tendenzen vor. Später wurde das Redaktionsgebäude Ziel physischer Angriffe, darunter ein Brandanschlag, der einen Schaden von 1,5 Millionen D-Mark verursachte. 1995 wurde Steins Auto vor dem Verlagsgebäude in Brand gesetzt.

Auch die Behörden wurden auf die Zeitung aufmerksam. Der deutsche Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), beobachtete die JF zeitweise. Einige Leser berichteten sogar, sie seien allein wegen ihres Abonnements abgehört worden.

Trotz aller Kontroversen baute die JF ihren Einfluss aus. Die Redaktion zog von Freiburg nach Berlin – noch vor dem Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt. Dieser Schritt unterstrich den Anspruch, die nationale Debatte mitzugestalten.

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Zum 40-jährigen Jubiläum sah sich Stein selbst kritischen Fragen seines eigenen Social-Media-Teams ausgesetzt. Der Austausch zeigte die anhaltenden Spannungen innerhalb der Redaktion über Ausrichtung und Erbe der Zeitung.

Heute ist die Junge Freiheit eine weiterhin umstrittene, aber fest etablierte Größe im deutschen Medienland. Ihre Geschichte – geprägt von Protesten, Überwachung und Angriffen – belegt, wie tief sie politische Debatten geprägt hat. Die Zukunft der Zeitung wird voraussichtlich weiterhin von den Kontroversen begleitet sein, die sie seit ihren Anfängen begleiten.

Quelle