10 February 2026, 18:01

Tarifstreit im öffentlichen Dienst eskaliert: Keine Einigung in Sicht

Ein Plakat mit der Aufschrift "Bist du einer von denen, die in dieser Krise unserer Geschichte kämpfen, aber nicht dafür bezahlen, dass andere kämpfen können? Kämpfe oder zahle." und einer Waage auf der linken Seite.

Tarifstreit im öffentlichen Dienst eskaliert: Keine Einigung in Sicht

Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Deutschland bleiben festgefahren

Nach der jüngsten Verhandlungsrunde ohne Einigung stecken die Lohnverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Deutschland weiterhin in der Sackgasse. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) kritisierte die Gewerkschaften für ihre Forderungen, während Streiks in mehreren Bundesländern weiterhin zu Einschränkungen im öffentlichen Dienst führen. Beide Seiten bereiten sich nun auf weitere Gespräche Mitte Februar vor.

Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften hatten im Dezember 2025 begonnen, die zweite Runde fand am 15. und 16. Januar 2026 in Potsdam statt. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) schlug eine Lohnerhöhung vor, die leicht über der Inflationsrate liegt und sich über drei Stufen von 2026 bis 2028 erstreckt. Ihr Angebot umfasste eine Laufzeit von 29 Monaten, schnellere Gehaltssteigerungen für Beschäftigte sowie eine Erhöhung der Schichtzuschläge um 20 Prozentpunkte. Zudem schlugen die Arbeitgeber vor, die Ausbildungsvergütungen stufenweise um 120 Euro zu erhöhen und die Leistungen zwischen ost- und westdeutschen Bundesländern anzugleichen.

Die Gewerkschaft Verdi lehnte das Angebot ab und fordert stattdessen eine siebenprozentige Lohnerhöhung mit einem Mindestplus von 300 Euro. Zudem verlangt sie eine monatliche Aufstockung um 200 Euro für Auszubildende, Studierende und Praktikanten sowie eine 20-prozentige Erhöhung der Schicht- und Wochenendzuschläge. Verdi besteht auf eine kürzere Laufzeit von zwölf statt der von den Arbeitgebern vorgeschlagenen 29 Monate.

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Senator Dressel warf den Gewerkschaften vor, unrealistische Forderungen zu stellen, und betonte, dass die Bundesländer bereits ein Gesamtpaket von über fünf Prozent angeboten hätten. Für die anhaltenden Streiks zeigte er wenig Verständnis, kündigte jedoch an, die Angebote für Beschäftigte in besonders belasteten Bereichen und für Auszubildende nachzubessern. Da eine Einigung weiterhin in weiter Ferne liegt, ist die nächste Verhandlungsrunde für den 11. und 12. Februar in Potsdam angesetzt.

Während die Gespräche stocken, haben sich die Warnstreiks ausgeweitet und beeinträchtigen in mehreren Bundesländern die öffentlichen Dienstleistungen. Bis zum 10. Februar 2026 konnte in keinem Bereich eine endgültige Einigung erzielt werden. Das Ergebnis der anstehenden Verhandlungen wird die Löhne und Arbeitsbedingungen von Zehntausenden Beschäftigten im öffentlichen Dienst für die kommenden zwei Jahre maßgeblich prägen.