20 March 2026, 14:01

Tarifbindung in Norddeutschland stagniert seit 2025 – Gewerkschaften fordern Reformen

Ein Venn-Diagramm mit zwei überlappenden Kreisen, die mit "Kollektivverhandlungen" und "Konfliktfrei" beschriftet sind und durch eine dünne Linie verbunden sind, mit dem Satz "Kollektivverhandlungen Konfliktfrei" in der Mitte.

Statistisches Amt: Lohnabschlüsse im Norden stabil - Tarifbindung in Norddeutschland stagniert seit 2025 – Gewerkschaften fordern Reformen

Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze in Norddeutschland war 2025 von Tarifverträgen erfasst. Die Zahlen zeigen kaum Veränderungen gegenüber den Vorjahren, wobei Hamburg und Schleswig-Holstein stabile Quoten aufrechterhielten. Beide Bundesländer liegen jedoch deutlich unter dem EU-Ziel für die Tarifbindung.

In Hamburg arbeiteten im vergangenen Jahr 48 Prozent der Beschäftigten unter Tarifverträgen. Davon waren 36 Prozent durch Branchentarifverträge abgedeckt, während 11 Prozent unter Haustarifverträge fielen. Schleswig-Holstein verzeichnete eine leicht niedrigere Gesamtquote von 46 Prozent, wobei 39 Prozent unter Branchenabkommen und 7 Prozent unter betriebsindividuellen Regelungen standen.

Bundesweit blieb die Tarifbindung mit 49 Prozent unverändert und zeigte damit kein Wachstum gegenüber früheren Erhebungen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Stagnation und wies darauf hin, dass Hamburg weit vom EU-Referenzwert von 80 Prozent entfernt sei.

Tanja Chawla, Vorsitzende des DGB Hamburg, schlug einen neuen Ansatz vor, um die Tarifbindung zu stärken. Sie regte die Einführung eines Vergabegesetzes an, das Unternehmen verpflichten würde, Tarifverträge einzuhalten, wenn sie sich um öffentliche Aufträge bewerben.

Die aktuellen Daten bestätigen, dass sich die Tarifbindung in Norddeutschland seit 2025 nicht verändert hat. Da sowohl Hamburg als auch Schleswig-Holstein unter dem Bundesdurchschnitt liegen, drängen die Gewerkschaften weiterhin auf strengere Maßnahmen. Der DGB-Vorschlag für Vergaberegelungen könnte zu einem zentralen Thema in künftigen arbeitsmarktpolitischen Debatten werden.

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