20 March 2026, 20:03

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD kämpft um Macht nach 35 Jahren Dominanz

Karte von Deutschland mit Provinzen in rot und blau markiert, um die Ergebnisse der Wahl von 2016 anzuzeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahltermins.

Schweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD kämpft um Macht nach 35 Jahren Dominanz

Rheinland-Pfalz: SPD vor harter Bewährungsprobe bei Landtagswahl am Sonntag

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Die seit Langem regierende SPD in Rheinland-Pfalz steht vor einer schwierigen Herausforderung bei der anstehenden Landtagswahl. Umfragen deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CDU hin – und damit auf ein mögliches Ende von drei Jahrzehnten ununterbrochener sozialdemokratischer Vorherrschaft. SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer hat deutlich gemacht, dass er seinen Platz nicht kampflos räumen wird – weder im Falle eines Sieges noch einer Niederlage.

Seit 1991 stellt die SPD den Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz, doch die aktuellen Umfragen für 2026 zeichnen ein anderes Bild: Die Unterstützung für die Partei ist von 35,7 Prozent bei der letzten Wahl 2021 auf nur noch 27 Prozent gesunken. Die CDU hat sich dagegen leicht erholt und liegt bei 29 Prozent – nach ihrem historisch schlechtesten Ergebnis von 27,7 Prozent vor fünf Jahren. Gleichzeitig hat die AfD einen deutlichen Aufschwung erlebt und kommt nun auf rund 19 Prozent, womit sie die Grünen (stabil bei 9 Prozent) überholt hat. Die FDP ist unter die Fünf-Prozent-Hürde gefallen, während neue Akteure wie die Freien Wähler und die Linke in den Wahlkampf eingestiegen sind. Die bisherige Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP von 2021 erscheint damit nicht mehr wiederholbar.

Schweitzer, der auf einem Binnenschiff aufwuchs, wo die Autorität des Kapitäns unangefochten war, betont seinen unerschütterlichen Führungswillen. Bei einer jüngeren Veranstaltung in Landau erhielt er Rückendeckung von den ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Malu Dreyer, Kurt Beck und Rudolf Scharping. Zwar schließt er eine Große Koalition nicht kategorisch aus, doch eines stellte er klar: Sollte die Union die Wahl gewinnen, wird er nicht in einer von der CDU geführten Regierung mitwirken.

Das Wahlergebnis bleibt ungewiss. Schweitzer räumt ein, dass es knapp werden könnte, besteht aber darauf, "am Steuer" bleiben zu wollen – und nicht nur als Juniorpartner in einer Koalition.

Die Wahl am Sonntag könnte das Ende der 35-jährigen SPD-Ära in Rheinland-Pfalz einläuten. Sollte die CDU siegreich hervorgehen, hat Schweitzer eine Beteiligung an ihrem Kabinett ausgeschlossen – was eine Große Koalition als einzige verbleibende Option übrig ließe. Der Aufstieg der AfD und der Niedergang der FDP erschweren zudem die Bildung einer stabilen Regierung.

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