31 March 2026, 08:03

Stuttgart 21 öffnet exklusiv seine Baustelle über Ostern für tausende Besucher

Eine Karte von Stuttgart, Deutschland, mit der geplanten Baustelle markiert, begleitet von Text oben und unten.

Stuttgart 21 öffnet exklusiv seine Baustelle über Ostern für tausende Besucher

Stuttgart 21 öffnet Baustelle über das Osterwochenende für die Öffentlichkeit

Vom Karsamstag bis Ostermontag können Besucher Teile des gigantischen Bahnprojekts Stuttgart 21 zwischen 10:00 und 17:00 Uhr erkunden. Die kostenlosen Tickets müssen im Voraus gebucht werden – die Veranstalter rechnen mit bis zu 78.000 Gästen, falls alle Zeitslots belegt sind.

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Die Aktion bietet einen seltenen Einblick in eines der größten Infrastrukturvorhaben Europas. Die Teilnehmer sehen unter anderem das historische Bonatz-Gebäude, das Dach des neuen unterirdischen Bahnhofs sowie die sogenannten "Lichtaugen" von oben. Das seit Jahren laufende Projekt verändert mit Tunneln, Gleisen und modernen Stationen nachhaltig das Stuttgarter Schienennetz.

Stuttgart 21 steht für eine komplette Neugestaltung des Stuttgarter Bahnknotens. Herzstück ist ein neuer unterirdischer Hauptbahnhof, der als Durchgangsbahnhof den alten Kopfbahnhof ersetzt. Rund 51 Kilometer Tunnel sind geplant, wobei die Stadtbeckentunnel bereits ausgehoben sind. Neue Streckenabschnitte wie die 25,2 Kilometer lange Schnellfahrstrecke Stuttgart–Wendlingen – inklusive des 9,5 Kilometer langen Fildertunnels und des Flughafentunnels – werden integriert. Auch die Vorarbeiten für den Pfaffensteigtunnel, der an die Gäubahn anbinden soll, haben begonnen, doch seine Zukunft bleibt noch in der Diskussion.

Weitere wichtige Baumaßnahmen umfassen die Anbindung des unterirdischen Bahnhofs an die nördlichen Gleise, S-Bahn-Tunnel wie den Bonatzbau sowie den Ausbau der Gäubahn-Strecke zwischen Horb und Tuttlingen. Dieser Abschnitt muss zweigleisig ausgebaut werden, um den steigenden Verkehr zu bewältigen. Gleichzeitig sollen in diesem Jahr die Außenfassade des Bonatz-Gebäudes sowie die Installation von Rolltreppen und Aufzügen fertiggestellt werden.

Doch der Zeitplan des Projekts hat Rückschläge erlitten. Die Teilinbetriebnahme des neuen Bahnhofs verzögert sich, ein überarbeiteter Betriebsplan wird frühestens Mitte 2026 erwartet. Einige Medienberichte deuten sogar darauf hin, dass die vollständige Inbetriebnahme auf 2029 oder gar 2030 verschoben werden könnte – eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, hat bisher keinen neuen Termin für die Teilinbetriebnahme des Bahnhofs genannt.

Trotz der Verzögerungen bietet die Osteröffnung die Gelegenheit, den Fortschritt aus nächster Nähe zu erleben. Die Besucher können Bereiche besichtigen, die normalerweise nicht zugänglich sind, darunter das Dach des Bahnhofs und die markanten "Lichtaugen" – Oberlichter, die den unterirdischen Raum mit natürlichem Licht fluten sollen. Die kostenlosen Eintrittskarten gibt es über den Verein "Bahnprojekt Stuttgart–Ulm", der während der dreitägigen Veranstaltung für einen kontrollierten Zugang sorgt.

Die Osteraktion unterstreicht sowohl die Dimensionen von Stuttgart 21 als auch die anhaltenden Herausforderungen. Mit zehntausenden erwarteten Besuchern zeigt die öffentliche Präsentation das große Interesse an der Zukunft des Projekts. Doch die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Bahnhofs und unbestätigte Berichte über weitere Verschiebungen lassen zentrale Fragen offen.

Fürs Erste können die Besucher den Wandel hautnah miterleben – von historischen Bauwerken bis hin zu modernster Infrastruktur. Die nächsten Projektphasen, darunter Gleisanschlüsse und die Fertigstellung der Stationen, werden entscheiden, wann Stuttgarts neues Bahnherz endlich Realität wird.

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