05 March 2026, 08:02

Streit um Apothekenabgabe eskaliert: Bundesrat blockiert Reformpläne

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Streit um Apothekenabgabe eskaliert: Bundesrat blockiert Reformpläne

Die Debatte über die deutsche Apothekenabgabe hat sich im Februar 2026 weiter zugespitzt, nachdem der Bundesrat zentrale Forderungen bekräftigt hat. Die von Bayern angeführten Länder pochen auf höhere Vergütungen, während die Krankenkassen vor finanziellen Belastungen warnen. Die geplanten Änderungen könnten das bevorstehende Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz verzögern oder grundlegend verändern.

Erstmals hatte der Bundesrat im Januar 2024 die Apothekenabgabe thematisiert und damit eine anhaltende Kontroverse ausgelöst. Krankenkassenverbände wie der GKV-Spitzenverband und die AOK lehnen eine pauschale Erhöhung der Festgebühr vehement ab. Sie argumentieren, dies würde vor allem große Apotheken begünstigen und die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung gefährden.

Seither hält der Bundesrat an seinen Kernforderungen fest: Dazu gehören eine Anhebung der pauschalen Packungsgebühr sowie die Streichung der erleichterten Regelungen für die Eröffnung von Filialapotheken. Besonders engagiert zeigt sich Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU), die eine Erhöhung der Festgebühr von 8,35 auf 9,50 Euro pro Rezept vorschlägt. Zudem fordert sie schnellere Bundeshilfen für wirtschaftlich angeschlagene Apotheken.

Ein weiterer Streitpunkt ist der Einsatz von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) statt Apothekern. Bayern und andere Länder lehnen dies strikt ab und bestehen darauf, dass nur approbierte Apotheker Arzneimittel abgeben dürfen. Der Bundesrat unterstützt diese Haltung und blockiert damit Pläne, die eine solche Substitution ermöglichen würden.

Die Uneinigkeit erschwert die Verabschiedung des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes. Die Krankenkassen drängen nun auf kostenneutrale Reformen, etwa durch die Beschränkung barrierefreier Abgabe auf Notfälle oder Änderungen im Arzneimittelgesetz (AMG). Diese Forderungen könnten zu weiteren Verzögerungen oder Nachbesserungen am Gesetzentwurf führen.

Mit seiner klaren Position zu Apothekengebühren und Personalregeln ebnet der Bundesrat den Weg für zähe Verhandlungen. Sollten die geplanten Änderungen umgesetzt werden, könnten Apotheken höhere Einnahmen verbuchen – die Krankenkassen stünden jedoch unter noch größerem Finanzdruck. Entscheidend wird sein, ob der Bund im finalen Gesetz einen Interessenausgleich zwischen den widerstreitenden Lagern findet.

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