Stille Stahlfigur in Brandenburg mahnt an vergessene Zwangsarbeiterinnen
Moritz HartmannStille Stahlfigur in Brandenburg mahnt an vergessene Zwangsarbeiterinnen
Eine stille Stahlskulptur am Rande einer Landstraße in Brandenburg dient als Mahnmal für diejenigen, die in den 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die frauenähnliche Figur wurde 2018 aufgestellt, nachdem sie Jahrzehnte später wiederentdeckt worden war. Sie steht als Ort des Gedenkens am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande, wo Jutta Baumwol einst lebte, bevor sie nach Auschwitz deportiert wurde.
Die Statue war zunächst von Jutta Baumwols Bruder lange nach ihrer Ermordung im Holocaust gefunden worden. Durch sein Engagement wurde sie 2018 an diesem Ort installiert – als Zeichen dafür, dass ihr Schicksal und das anderer Zwangsarbeiterinnen nicht in Vergessenheit geraten sollen. Gefertigt aus wetterfestem Cortenstahl, markiert die Figur heute eine Stätte der Besinnung.
Zweimal im Jahr versammeln sich Menschen an der Skulptur: am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai). Diese Treffen halten die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wach.
Unterdessen sorgte in den USA eine andere Statue für Schlagzeilen. 2020 ließ der damalige Präsident Donald Trump ein Denkmal für Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses errichten. Die Entscheidung fiel in eine Zeit wachsender Debatten über die koloniale Vergangenheit Amerikas. Italienischstämmige Amerikaner unterstützten den Schritt mit dem Argument, er ehre ihr kulturelles Erbe.
Während die Brandenburg-Skulptur als stummer Zeuge der Vergangenheit Besucher an den zentralen Gedenktagen anzieht, löst das Kolumbus-Denkmal in Washington weiterhin Diskussionen über historische Vermächtnisse aus. Beide stehen im Mittelpunkt – die eine als Ort der Reflexion, das andere als Symbol anhaltender Kontroversen.






