Spritpreise explodieren 2026: Superbenzin kostet über 2 Euro pro Liter
Henry SeidelSpritpreise explodieren 2026: Superbenzin kostet über 2 Euro pro Liter
Spritpreise in Deutschland schnellen seit Ende Februar 2026 in die Höhe und setzen Autofahrer und Unternehmen zunehmend unter Druck. Die Regierung hat nun erste Maßnahmen ergriffen, um die Krise einzudämmen – doch die Kosten steigen weiter und liegen längst weit über dem Niveau vor dem Krieg.
Noch vor der Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar lagen die Preise für Super E10 in Deutschland 2025 im Schnitt zwischen 1,52 und 1,69 Euro pro Liter, Diesel kostete 1,39 bis 1,61 Euro. Seit Kriegsbeginn jedoch haben sich die Spritpreise dramatisch erhöht: Bis März 2026 kletterte der Liter Superbenzin auf 2,074 Euro, Diesel erreichte 2,288 Euro – ein Anstieg von 29 bzw. 44 Prozent. Damit liegen die Steigerungen deutlich über dem EU-Durchschnitt und übertreffen sogar den Preissprung bei Rohöl um 27 Prozent.
Der Mineralölwirtschaftsverband en2x wehrt sich gegen Vorwürfe der Preistreiberei. In einer veröffentlichten "Realitätsprüfung" argumentiert der Verband, die Spritkosten orientierten sich an internationalen Produktmärkten und nicht allein am Rohölpreis. Eine Mitschuld an der Preisspirale wird zurückgewiesen. Zudem betont en2x, dass die meisten Raffinerien und Tankstellen unabhängig agierten: Über 70 Prozent der Raffineriekapazitäten würden von Unternehmen kontrolliert, die kein eigenes Tankstellennetz betrieben.
Ein zentraler Preistreiber bleibt die hohe Besteuerung: Steuern und Abgaben machen in Deutschland rund zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) betont, der Staat profitiere nicht von der Presexplosion. Gleichzeitig warnte Wirtschaftsministerin Katerina Reiche (parteilos), ein anhaltender Konflikt im Nahen Osten könnte bereits Ende April zu Versorgungsengpässen führen.
Auch in den Nachbarländern sind die Spritpreise stark gestiegen, wenn auch die Preissysteme in Europa unterschiedlich ausfallen. Die Bundesregierung prüft nun Entlastungsmaßnahmen, während Autofahrer an den Tankstellen Rekordpreise zahlen müssen.
Mit Benzin und Diesel auf historisch hohem Niveau wird die Reaktion der Regierung in den kommenden Wochen genau beobachtet. Sollte sich der Nahost-Konflikt weiter hinziehen, drohen bis Ende April weitere Lieferstörungen – oder gar Versorgungslücken.






