Scholz verpasst den Karneval 2025 – Pflicht ruft statt Jecken in Brüssel
Emma KrügerScholz verpasst den Karneval 2025 – Pflicht ruft statt Jecken in Brüssel
Bundeskanzler Olaf Scholz wird in diesem Jahr nicht an den Karnevalsfeiern teilnehmen – sein voller Terminkalender lässt es nicht zu. Sein Geburtstag am 11. November verbindet ihn mit der Tradition, ebenso wie seine rheinische Großmutter aus Andernach. Doch am Weiberfastnacht, dem traditionellen Frauenkarneval am Donnerstag, wird er stattdessen in Brüssel zu hochrangigen Gesprächen erwartet.
Weiberfastnacht ist tief in der deutschen Karnevalskultur verwurzelt. Die Ursprünge reichen bis in mittelalterliche Fruchtbarkeitsriten und kirchliche Bräuche zurück, im 19. Jahrhundert wurde der Tag dann offiziell etabliert. Im Rheinland übernehmen Frauen symbolisch die Macht, indem sie Männern die Krawatten abschneiden, während bunte Umzüge und Kostüme die Straßen dominieren. Im Sauerland, der Heimat von Scholz' Familie, ist der Karneval stärker von volksnahen Bräuchen und Familientraditionen geprägt – doch das Grundprinzip bleibt: Frauen übernehmen scherzhaft das Kommando.
Die Verbindung des Kanzlers zum Karneval geht über die regionale Herkunft hinaus. Geboren am 11. November, einem zentralen Datum im Karnevalskalender, hat er schon scherzhaft darauf hingewiesen, dass er in vergangenen Jahrhunderten runde Altersstufen erreichte – 22, 33 und 44 Jahre. Die rheinischen Wurzeln seiner Großmutter aus Andernach, einer Karnevalshochburg, vertiefen diese Tradition noch.
Doch in diesem Jahr steht die Pflicht im Vordergrund. Am Weiberfastnacht nimmt Scholz an einer nicht öffentlichen Strategieklausur in der Nähe von Brüssel teil, bei der es um die europäische Industriepolitik geht. Später plant er Treffen mit Teilen des Bundeskabinetts in Berlin. Trotz des offiziellen Programms hat er angedeutet, etwas Karnevalsstimmung in die Gespräche einfließen zu lassen.
Scholz' Abwesenheit bei den Feierlichkeiten unterstreicht den Konflikt zwischen politischen Verpflichtungen und kulturellen Traditionen. Während seine persönliche Verbindung zum Karneval – vom Geburtstag bis zu den familiären Wurzeln – unübersehbar ist, dominieren nun die Amtsgeschäfte. Unterdessen wird in ganz Deutschland der Weiberfastnacht gefeiert, eine Mischung aus jahrhundertealten Bräuchen und moderner Ausgelassenheit.
