Rüstungsdeal für Diesel-Tankcontainer gestoppt: Kosten explodieren auf 262 Millionen Euro
Henry SeidelRüstungsdeal für Diesel-Tankcontainer gestoppt: Kosten explodieren auf 262 Millionen Euro
Deutsche Abgeordnete haben einen Rüstungsdeal des Verteidigungsministeriums für Dieselkraftstoff-Tankcontainer vorläufig gestoppt, nachdem die Kosten explodiert sind. Der geänderte Vertrag über 902 Einheiten hätte ein Volumen von 262,67 Millionen Euro erreicht – fast das Doppelte des Stückpreises im Vergleich zu einem ähnlichen Kauf aus dem Jahr 2021. Kritiker bezeichnen den Preisanstieg als überzogen.
Bei der ursprünglichen Beschaffung 2021 waren 153 Container für 21,8 Millionen Euro erworben worden, was einem Durchschnittspreis von 142.000 Euro pro Einheit entsprach. Nun würde der aktualisierte Deal über 902 Container etwa 291.000 Euro pro Stück kosten. Haushaltspolitiker der Unionsfraktion und der SPD griffen ein und verwiesen auf Bedenken angesichts des drastischen Preissprungs.
Andreas Mattfeldt, haushaltspolitischer Sprecher der CDU, kritisierte den Mangel an Wettbewerb bei Rüstungsaufträgen. Die Situation bezeichnete er als "Inflation bei viel zu wenig Wettbewerb". Ein weiteres Mitglied des Haushaltsausschusses nannte den Preisanstieg "skandalös".
Die Container sind für die Litauen-Brigade und die allgemeine Truppenlogistik vorgesehen, wobei die Auslieferung bis 2029 erfolgen soll. Im Rahmen der Vereinbarung könnte die Zahl später auf bis zu 4.200 Einheiten steigen.
Der gestoppte Deal unterstreicht die zunehmende Skepsis gegenüber Militärausgaben. Die für die langfristige Logistik bestimmten Container müssen nun warten, während die Abgeordneten mehr Wirtschaftlichkeit fordern. Eine endgültige Entscheidung über die Beschaffung steht noch aus.






