Roger Kusch, Sterbehilfe-Aktivist und Ex-Justizsenator, tot in Hamburg aufgefunden
Lina FuchsRoger Kusch, Sterbehilfe-Aktivist und Ex-Justizsenator, tot in Hamburg aufgefunden
Roger Kusch, ehemaliger Hamburger Justizsenator und bekannter Befürworter der Sterbehilfe, ist tot. Seine Leiche wurde im Keller seines Wohngebäudes im Stadtteil St. Georg entdeckt. Die Polizei fand später in seiner Wohnung Substanzen, die mit Euthanasie in Verbindung gebracht werden.
Kusch machte erstmals Schlagzeilen als Hamburger Justizsenator, wurde jedoch 2006 von seinem Amt enthoben. Seine Entlassung folgte auf umstrittene Initiativen zur Legalisierung der Euthanasie und zur Abschaffung des Jugendstrafrechts. Nach seinem Rückzug aus der Politik widmete er sich vollständig der Sterbehilfe und gründete mehrere Organisationen, die sich für das Anliegen einsetzten.
Ab 2008 bot er aktive Sterbehilfe an. Zudem leitete er bis vor kurzem den deutsch-schweizerischen Verein Sterbehilfe, bis die Mitglieder ihn auf einer Generalversammlung mit großer Mehrheit abwählten. Nur eine Woche vor seinem Tod verlor er diese Führungsposition.
2020 klagte Kusch gegen das deutsche Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe und brachte den Fall vor das Bundesverfassungsgericht. Zudem versuchte er ein politisches Comeback mit einer neuen rechtspopulistischen Partei, scheiterte jedoch und erreichte nur 0,5 Prozent der Stimmen.
Kuschs Tod folgt auf jahrelanges Engagement für das Recht auf Sterbehilfe. Seine Arbeit umfasste juristische Kämpfe, Lobbyarbeit und die direkte Beteiligung an Sterbehilfe-Diensten. Die genauen Umstände seines Todes werden derzeit von den lokalen Behörden untersucht.






