Ricarda Langs Karnevalsscherze entfachen neuen Streit mit Markus Söder
Henry SeidelRicarda Lang macht Witz über Söder: "Nürnberger Würstchen" - Ricarda Langs Karnevalsscherze entfachen neuen Streit mit Markus Söder
Eine scherzhafte Karnevalsrede der Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang hat eine politische Kontroverse neu entfacht. Ihre Witze zielten auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder ab – als Reaktion auf dessen umstrittene Äußerung über Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Der Wortwechsel ereignete sich zwar bei einer heiteren Veranstaltung, berührte aber weiterhin schwelende Spannungen.
Der Streit hatte begonnen, als Söder auf einem CSU-Parteitag eine Bemerkung machte, die viele als herablassend empfanden. An Bär gerichtet, sagte er: "Keine Frage, wir erwarten nicht viel von Ihnen – aber wir würden uns freuen, wenn viel Geld nach Bayern fließen würde, liebe Doro – ha ha, das wäre schön." Kritiker werteten die Aussage als abwertend, auch wenn Söder sich später mehrfach entschuldigte.
Bei der Verleihung des "Ordens gegen tödlichen Ernst" – einer Karnevalstradition in Aachen – konterte Lang mit beißendem Humor. Sie nannte Söder einen "Nürnberger Rostbratwurst mit Troll-Lizenz" und einen "fränkischen Fleisch-Sommelier" mit "Napoleon-Komplex". Die Sticheleien sorgten zwar für Gelächter, belebten aber auch die Debatte über Söders ursprüngliche Aussage wieder.
Bär, die in diesem Jahr als "Ritterin des Ordens" ausgezeichnet wurde, relativierte die Aufregung später. Sie anerkannte Söders wiederholte Entschuldigungen und rief dazu auf, die Angelegenheit endlich ruhen zu lassen.
Die eigentlich der Satire gewidmete Karnevalsveranstaltung wurde so kurzzeitig zur Bühne politischer Reibereien. Bärs Appell, den Vorfall hinter sich zu lassen, deutet darauf hin, dass die Diskussion nun allmählich verebbt. Vorerst kehrt der Fokus zurück zum gewohnt lockeren Ton der Tradition.
