04 February 2026, 04:35

Rekordteilnahme bei Münchner Sicherheitskonferenz 2024: Europa sucht neue Wege ohne die USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande stehen an Rednerpulten mit Mikrofonen, lächeln, mit einem 'Bratislava-Gipfel 2016'-Plakat im Hintergrund.

Ischinger verspricht 'Sicherheitskonferenz der Superlative' - Rekordteilnahme bei Münchner Sicherheitskonferenz 2024: Europa sucht neue Wege ohne die USA

Münchner Sicherheitskonferenz 2024: Teilnehmerrekord bei umbruchhafter Sicherheitslage

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Die diesjährige Münchner Sicherheitskonferenz wird voraussichtlich alle Besucherrekorde brechen. Noch nie zuvor werden so viele Staats- und Regierungschefs, US-Abgeordnete sowie Außen- und Verteidigungsminister zusammenkommen. Die Veranstaltung findet zu einer Zeit statt, in der sich die politischen und sicherheitspolitischen Prioritäten in Europa grundlegend verschieben.

Die Konferenz läuft vom 16. bis 18. Februar 2024. Mit 98 bestätigten Außen- und Verteidigungsministern – im Vergleich zu 87 im Vorjahr – sowie erwarteten 65 Staats- und Regierungschefs (2023: 42) verzeichnet sie eine deutliche Steigerung. Trotz der anhaltenden Spannungen mit Russland wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj anreisen.

Seit der letzten Konferenz im Februar 2023 hat Europa seine Verteidigungsfähigkeiten deutlich autonomer ausgestaltet. Angespannt sind die transatlantischen Beziehungen insbesondere vor dem Hintergrund einer möglichen zweiten Amtszeit von Donald Trump, was den Kontinent zum Umdenken in der Sicherheitspolitik zwingt. Studien wie Trump, Vertrauen und die transatlantischen Beziehungen vom Washington Leaders Meeting unterstreichen die wachsende Unsicherheit über die US-Zusammenarbeit. Gleichzeitig übernehmen europäische Führungskräfte mehr Verantwortung – Deutschland spielt dabei eine zentralere Rolle in Verteidigungsinitiativen.

Die US-Delegation wird mit über 50 Senatoren und Abgeordneten des Repräsentantenhauses sowie Außenminister Marco Rubio vertreten sein. Vizepräsident J.D. Vance wird hingegen nicht teilnehmen. Aus Europa könnten der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer die Debatten bereichern. Auffällig: Keine russischen Vertreter wurden eingeladen.

Erstmals nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz an der Konferenz teil – ein Zeichen für Deutschlands wachsenden Einfluss in der europäischen Sicherheitspolitik. Aktuelle Analysen wie Dilemmata nicht ausweichen und Aufschwung oder Trugbild? betonen, dass die deutsche Führungsrolle in der Krisenbewältigung und Diplomatie immer entscheidender wird. Zudem wird die Konferenz die Finanzierungslücken thematisieren, die durch gekürzte US-Entwicklungshilfe entstanden sind, wie im Bericht Zu groß, um gefüllt zu werden? dargelegt.

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2024 fällt in eine Schlüsselfase der globalen Verteidigungspolitik. Der Rekordandrang spiegelt die wachsenden Sorgen über die transatlantischen Beziehungen und Europas Streben nach strategischer Autonomie wider. Die Diskussionen werden voraussichtlich die künftige Zusammenarbeit prägen – aber auch mögliche Spannungen in den Bereichen Sicherheit, Finanzierung und Krisenmanagement aufzeigen.