Polizist warnt Frauen vor Beziehungen zu Männern – und löst Shitstorm aus
Lina FuchsPolizist warnt Frauen vor Beziehungen zu Männern – und löst Shitstorm aus
Ein hoher Polizeibeamter in Deutschland hat mit einer umstrittenen Aussage für Aufsehen gesorgt: Er riet Frauen davon ab, Beziehungen zu Männern einzugehen. Dirk Peglow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Kriminalbeamten (GdP), begründete seine Warnung mit steigenden Kriminalitätsstatistiken. Seine Äußerungen lösten eine breite Debatte aus, in der viele Männer sich online defensiv zeigten.
Feministische Autorinnen und soziale Medien thematisieren solche Bedenken bereits seit Langem. Peglows Aussagen haben die Diskussion nun weiter zugespitzt – und sorgen sowohl für Zustimmung als auch für scharfe Kritik.
In einem Interview verwies Peglow auf Polizeistatistiken, die einen Anstieg von Vergewaltigungen und sexualisierten Gewalttaten belegen. Er argumentierte, diese Zahlen rechtfertigten seine Warnung an Frauen. Später präzisierte er jedoch, es handle sich nicht um eine pauschale Verurteilung aller Männerbeziehungen, sondern lediglich um die Darstellung der Faktenlage.
Die Moderatorin Dunja Hayali reagierte während des Gesprächs sichtbar überrascht und lachte während Peglows Antwort – eine Szene, die in der Öffentlichkeit viel Beachtung fand und die gespaltenen Reaktionen noch verstärkte.
Peglow deutete zudem an, dass diejenigen, die sich von den Statistiken unbehaglich berührt fühlten, möglicherweise selbst Teil des Problems seien. Seine Aussagen decken sich mit Studien, die zeigen, dass Beziehungen zu Männern sich negativ auf die Gesundheit, das Stresslevel und die finanzielle Stabilität von Frauen auswirken können. Feministische Autorinnen wie Emilia Roig, Beatrice Frasl und Pauline Harmange sowie soziale Medienbewegungen wie #boysober und #decenteringmen haben diese Risiken bereits früher thematisiert.
Kritiker:innen werfen vielen Männern vor, Hausarbeit und emotionale Care-Arbeit weiterhin einseitig Frauen zu überlassen. Peglows Statement hat die Debatte über Geschlechterrollen neu entfacht: Während einige das Verhalten von Männern verteidigen, fordern andere mehr Verantwortungsbewusstsein.
Die Diskussion hält an, da Peglows Äußerungen lang bekannte Bedenken hinsichtlich geschlechtsspezifischer Risiken in den Fokus rücken. Polizeistatistiken und feministische Forschung bleiben zentrale Bezugspunkte. Die öffentliche Reaktion zeigt dabei, wie tief die Gräben in der Frage nach Verantwortung und Veränderung in Beziehungen sind.






