Pattayas Tigerparks: Wie Touristenattraktionen das Leiden der Raubkatzen verbergen
Emma KrügerPattayas Tigerparks: Wie Touristenattraktionen das Leiden der Raubkatzen verbergen
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya. Doch hinter dem Spektakel wachsen die Sorgen um das Wohl der gefangenen Tiger, die für die Unterhaltung von Touristen ausgebeutet werden. Immer mehr Besucher – besonders aus Europa – meiden Attraktionen wie Tiger-Selfies oder Elefantenritte aus ethischen Gründen.
Die Tiger in diesen Parks wirken oft unnatürlich zahm und lassen es zu, dass Fremde sie anfassen, ohne zu reagieren. Doch ihr ruhiges Auftreten verbirgt eine düstere Wahrheit: hinter dieser Fassade stecken brutale Abrichtung und systematische Ausbeutung.
Tigerjunge werden in den Parks immer wieder gezüchtet, um neue Attraktionen für Touristen zu liefern. Dieser ständige Kreislauf führt zu Inzucht und einem Überschuss an Jungtieren, deren Zukunft oft ungewiss ist. Tierschützer vermuten, dass viele der Tiere schließlich im illegalen Handel mit Tigerprodukten landen.
Die Trainer brechen den Willen der Tiger bereits im jungen Alter – mit Metallstangen werden ungehorsame Tiere geschlagen. Trotz strenger Gesetze zum Schutz der Tiger ermöglichen lasche Kontrollen und Korruption, dass solche Praktiken weitergehen. Kritiker werfen den Parks vor, sie leisteten keinen Beitrag zum Artenschutz, sondern nutzten die Tiere ausschließlich zur Profitmaximierung.
Unterdessen zeigt die Population wild lebender Tiger in Thailand erste Erholungszeichen. Aktuelle Schätzungen gehen von etwa 200 Tigern aus, die in Schutzgebieten wie dem Huai-Kha-Khaeng-Wildreservat umherstreifen. Offizielle Berichte führen den langsamen Anstieg – von weniger als 100 Tigern zu Beginn der 2000er-Jahre – auf verstärkte Anti-Wilderer-Patrouillen, die Renaturierung von Lebensräumen und eine strengere Rechtsdurchsetzung zurück.
Doch das Schicksal der Tiger in Gefangenschaft könnte nicht unterschiedlicher sein. Während die wilden Bestände sich langsam erholen, leiden die Tiere in den Touristenparks weiter in einem Kreislauf des Leidens – verborgen hinter dem Lockruf einer schnellen Fotogelegenheit.
Die Veränderung im Verhalten der Touristen spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für Tierschutzfragen wider. Da immer mehr Besucher solche Ausbeutungsattraktionen ablehnen, wächst der Druck auf die Behörden, bestehende Schutzbestimmungen endlich durchzusetzen. Für Thailands Tiger bleibt die Kluft zwischen Artenschutzerfolgen in der Wildnis und Ausbeutung in Gefangenschaft jedoch groß – und ungelöst.






