04 April 2026, 12:02

New Yorks Aprilscherz-Umzug entlarvt Medien – und begeistert das Publikum

Zeichnung eines Mannes in Zylinder und Frack vor einer Menge, mit einem Mast und einem Zaun im Hintergrund; Text unten lautet "Aprilscherz".

New Yorks Aprilscherz-Umzug entlarvt Medien – und begeistert das Publikum

New Yorks jährlicher Aprilscherz-Umzug hat die Medien erneut hereingelegt – und das Publikum begeistert

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Seit 1986 organisiert der Scherzkeks Joey Skaggs die Veranstaltung, die mit öffentlichem Vertrauen spielt und dabei den Humor über Autoritäten stellt. Die diesjährige Ausgabe präsentierte einen Doppelgänger des Präsidenten, eine satirische Filmvorführung und sogar eine Lesung aus den Jeffrey-Epstein-Akten – alles Teil von Skaggs' langjähriger Tradition, zu zeigen, wie leicht Menschen das Absurde glauben.

Der Umzug begann 1986 als Experiment, um die Glaubwürdigkeit der Medien und die Leichtgläubigkeit der Öffentlichkeit zu testen. Im Laufe der Jahre entwickelte er sich zu einem Spektakel, bei dem erfundene Nachrichten, skurrile Kostüme und inszenierte Ereignisse Reporter dazu verleiten, über frei erfundene Geschichten zu berichten. Zu den Höhepunkten der Vergangenheit gehörten ein Donald-Trump-Imitatorenwettbewerb und eine Y2K-Apokalypse-Party – beides darauf angelegt zu prüfen, was Medien und Publikum als Wahrheit akzeptieren.

Skaggs betrachtet seine Streiche als Kunstform und vergleicht die Medien mit der Leinwand eines Malers. Seine Scherze haben große Nachrichtenportale wie die New York Times, CNN und die Associated Press hereingelegt – oft erlangten sie internationale Aufmerksamkeit, bevor die Wahrheit ans Licht kam. Selbst der chinesische Sender SinoVision strahlte 2015 eine vierminütige Reportage über den Umzug aus, was seinen weltweiten Reiz unter Beweis stellt.

Doch der spielerische Geist des Events geht über Skaggs' Werk hinaus. 1998 veranstaltete David Bowie an einem 1. April eine Party für den fiktiven britischen Schriftsteller William Boyd. Ein Jahrzehnt zuvor hatte Sports Illustrated die Leser mit einer Geschichte über Hayden "Sidd" Finch narrt, einen nicht existierenden Pitching-Talent der Mets, der angeblich einen 270 km/h schnellen Fastball werfen konnte. Diese Streiche teilen die Mission des Umzugs: die Menschen an ihre eigene Leichtgläubigkeit zu erinnern – und an die Freude, Autoritäten zu hinterfragen.

Auch in diesem Jahr blieb der Umzug seinem Stil treu. Ein Präsidentendoppelgänger führte den Zug an, gefolgt von der Vorführung eines Melania-Mockumentary und einer dramatischen Lesung aus Epstein-Dokumenten. Schulbands und neugierige Reporter waren vor Ort – manche ohne zu ahnen, dass sie selbst Teil des Scherzes waren.

Der Umzug zeigt Jahr für Jahr, wie leicht Fiktion als Fakt durchgehen kann, besonders in den Medien. Skaggs' Tradition unterhält nicht nur, sondern dient auch als humorvolle Kritik an Vertrauen und Glauben. Mit jeder Ausgabe festigt die Veranstaltung ihren Ruf als ein Tag, an dem sich Öffentlichkeit und Presse selbst auf die Schippe nehmen dürfen.

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