Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Tief mit Rekordinvestitionen
Wohnungsbau in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen durch steigende Kosten und Zinsen
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der neu gebauten Wohnungen auf ein 14-Jahres-Tief gesunken – sowohl Baugenehmigungen als auch Fertigstellungen sind stark rückläufig. Doch Mönchengladbach bildet eine Ausnahme: Hier boomt die Bautätigkeit, und in den sozialen Wohnungsbau fließen Rekordinvestitionen.
Die Baukosten in Deutschland stiegen Anfang 2025 um 3,2 Prozent und setzten damit den deutlichen Anstieg seit 2021 fort. Gleichzeitig kletterten die Kreditzinsen von nahe null auf drei bis vier Prozent, was die Finanzierung für Bauherren und Käufer deutlich verteuerte.
Der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen leidet besonders unter dieser Entwicklung. Die Bauquote des Landes sank 2025 auf nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – der niedrigste Wert seit 14 Jahren. Die Genehmigungen gingen seit 2020 um 27,4 Prozent zurück, und mit 37.185 fertiggestellten Wohnungen waren es 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Mönchengladbach jedoch schwimmt gegen den Strom. Die Bauquote der Stadt lag bei 28,4 und damit auf Platz drei unter den kreisfreien Städten – 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Die Genehmigungen für Neubauten stiegen 2025 um 73,6 Prozent, und die Fertigstellungen verdreifachten sich fast: 758 Wohnungen wurden abgeschlossen, gegenüber dem Vorjahr.
Hinter diesem Aufschwung steht die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative der Stadt. Rund 43 Millionen Euro flossen in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau, um den Bau zu beschleunigen. 2025 förderte die Stadt zusätzlich 218 neue Wohneinheiten mit 43,2 Millionen Euro an Zuschüssen – fast so viel wie im Rekordjahr 2024.
Während in Nordrhein-Westfalen die Bautätigkeit insgesamt schwächelt, hat Mönchengladbach mit gezielten Investitionen einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsneubau erreicht. Die Strategie der Stadt steht im Kontrast zu den allgemeinen Problemen, die durch hohe Kosten und Zinsen den Markt belasten. Vorerst jedenfalls schafft Mönchengladbach mehr Wohnraum – in einer Zeit, in der viele Regionen weniger bauen.







