Mitteldeutschland-Anbindung: Warum Thüringens Schienenprojekt bis 2032 auf Eis liegt
Lina FuchsMitteldeutschland-Anbindung: Warum Thüringens Schienenprojekt bis 2032 auf Eis liegt
Die BSW-Landesgruppe in Thüringen fordert schnellere Fortschritte beim Ausbau der Mitteldeutschland-Anbindung. Die Strecke sei für das Verkehrsnetz der Region von entscheidender Bedeutung, argumentieren die Abgeordneten. Doch Bauverzögerungen und Finanzierungslücken bremsen das Projekt weiterhin aus.
Die Mitteldeutschland-Verbindung sollte den Schienenverkehr zwischen Sachsen und Westdeutschland verbessern. Eine vollständige Elektrifizierung würde schnellere Fernverbindungen von Chemnitz und Dresden über Erfurt in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Doch der geplante Baubeginn, ursprünglich für dieses Jahr vorgesehen, wurde nun auf 2028 verschoben.
Das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass derzeit keine Mittel für das Projekt bereitstehen. Rund 2 Milliarden Euro fehlen bis 2029 für verschiedene Schienenausbauvorhaben, darunter auch der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz der Mitteldeutschland-Strecke. Allein dieser Teil der Route wird auf Kosten von schätzungsweise 544 Millionen Euro veranschlagt.
Die BSW-Gruppe kritisiert die mangelnden Investitionen und weist darauf hin, dass große Infrastrukturprojekte in Westdeutschland Milliarden erhalten, während ostdeutsche Bundesländer mit Kürzungen konfrontiert sind. Sie fordert mehr Bundesgelder, um die Strecke zwischen Thüringen und Sachsen zu elektrifizieren und zu modernisieren. Ohne zusätzliche Finanzierung werde die vollständige Elektrifizierung erst 2032 abgeschlossen sein.
Die BSW betont, dass die Mitteldeutschland-Anbindung eines der wichtigsten Verkehrsprojekte Thüringens sei. Durch Verzögerungen und Finanzierungsengpässe bleiben schnellere Verbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland jedoch noch Jahre entfernt. Die Gruppe setzt die Bundesregierung weiterhin unter Druck, eine Lösung zu finden.







