04 March 2026, 15:13

"Miss Germany" 2026: Warum zwei Kopftuch tragende Frauen die Debatte über deutsche Identität entfachen

Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayrischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2026: Warum zwei Kopftuch tragende Frauen die Debatte über deutsche Identität entfachen

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – nach einem Wettbewerb, der sowohl Lob als auch Kontroversen ausgelöst hat. Unter den neun Finalistinnen befinden sich mit Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid zwei Frauen, die ein Kopftuch tragen und wegen ihres angeblich "nicht deutsch genug" Erscheinungsbilds rassistischen und sexistischen Anfeindungen ausgesetzt waren. Die Wahl setzt jedoch zunehmend auf Führungskompetenz und beruflichen Erfolg statt auf klassische Schönheitsideale.

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Die "Miss Germany"-Ausgabe 2026 bricht mit der Tradition und stellt Leistungen in den Vordergrund. Acht der neun Finalistinnen bekleiden Führungspositionen oder leiten eigene Unternehmen – darunter eine Biologin, die an künstlich gezüchteter Haut forscht, eine Pressesprecherin der Bundeswehr und die Gründerin einer Mode-Marke für bescheidene Kleidung. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, eine Ärztin im Bereich KI-gestützter Medizin, verkörpert diesen neuen Ansatz.

Sayed, Unternehmerin im Bereich modischer Bescheidenheitsmode, tritt in der Kategorie "Female Founder" (Gründerinnen) an, während Ben Bouzid, die sich für frauengeführte Marken einsetzt, im Bereich "Female Leader" (Führungskräfte) nominiert ist. Beide berichteten offen über die Hasskommentare, die sie vor allem von Männern erhalten – ihre deutsche Identität werde wegen Religion und Kleidung infrage gestellt. Ben Bouzid betonte entschlossen: "Wir sind deutsch!" Sayed lockerte die Stimmung mit dem Scherz auf, sie verkörpere typisch deutsche Gewohnheiten – etwa das richtige Stoßlüften.

Trotz der Kritik bleiben beide Frauen entschlossen. Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, Türen für andere mit ähnlichem Hintergrund zu öffnen. Auch die Veranstalter stehen hinter dem Wandel und unterstreichen, dass der Wettbewerb heute erfolgreiche Frauen feiern wolle – statt veraltete Schönheitswettbewerb-Klischees zu bedienen.

Im Finale präsentieren sich neun Frauen, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen, die jeweils mit beruflichen Erfolgen überzeugen. Sayeds und Ben Bouzids Teilnahme hat bereits Debatten über Repräsentation und Identität im modernen Deutschland ausgelöst. Die Siegerin wird in einer Zeremonie gekürt, die einen weiteren Schritt weg von den traditionellen Wurzeln des Wettbewerbs markiert.