Migrationsstreit spaltet Deutschland nach EU-Blockade in Brüssel
In Deutschland ist ein politischer Streit entbrannt, nachdem EU-Migrationsmaßnahmen in Brüssel blockiert wurden. Die abgelehnten Vorschläge, die von der Berliner Ampelkoalition unterstützt wurden, zielten darauf ab, die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber durchzusetzen. Kritiker werfen nun Abgeordneten der Europäischen Volkspartei (EVP) vor, mit rechtsextremen Kräften zusammengearbeitet zu haben, um die Pläne zu vereiteln.
Die Auseinandersetzung hat tiefe Gräben in der deutschen Politik offenbart: CDU-Chef Friedrich Merz fordert Konsequenzen gegen EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber. Gleichzeitig verändern die jüngsten Wahlerfolge der extremen Rechten die Debatte über die Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien grundlegend.
Auslöser des Konflikts war die Blockade der Abschiebe-Regelungen im Europäischen Parlament durch sozialdemokratische Europaabgeordnete, die sich mit Grünen und linksradikalen Gruppen verbündet hatten. Deutsche Politiker reagierten empört und behaupteten, die EVP habe im Geheimen über Chatgruppen mit rechtspopulistischen Kräften kooperiert, um die Ablehnung zu bewirken. Der schwedische Demokraten-Abgeordnete Charlie Weimers verurteilte den Schritt scharf und argumentierte, "Europa könne nicht länger von Berlins 'Brandmauer'-Logik in Geiselhaft genommen werden".
Die SPD drohte daraufhin, "alle Möglichkeiten auszuschöpfen", um künftige EU-Beschlüsse zur Migration zu verzögern oder abzuschwächen. Die Haltung der Partei spiegelt die wachsenden Spannungen wider, nachdem die AfD bei den Kommunalwahlen in Bayern und Hessen ihre Unterstützung verdoppelt hat. Beobachter sagen voraus, dass immer mehr Gemeinden ohne die bisher übliche "Brandmauer" gegen die Zusammenarbeit mit Rechtsextremen regiert werden.
Die Position von CDU/CSU hat sich seit 2020 spürbar gewandelt, als die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten mit AfD-Rückendeckung für Aufruhr sorgte. Bis 2024/25 signalisierte Friedrich Merz Offenheit für eine Zusammenarbeit mit der AfD in der ECR-Fraktion des Europäischen Parlaments – mit Verweis auf die "wahlpolitischen Realitäten". Seine jüngste Kritik an Weber rückt ihn nun jedoch näher an das rot-grüne Establishment heran.
Der Vorfall nährt Spekulationen über mögliche Kurswechsel auf Landes- und Bundesebene. Angesichts des wachsenden Einflusses der AfD stellt sich die Frage, ob die langjährigen Hürden für eine Kooperation mit extremistischen Parteien Bestand haben werden.
Die blockierten EU-Maßnahmen haben die politischen Grabenkämpfe in Deutschland weiter angeheizt. Friedrich Merzs Forderung nach Konsequenzen gegen Weber unterstreicht die inneren Konflikte der Union. Während die AfD durch Wahlerfolge die kommunale Machtverteilung verändert, wird die Debatte über die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Parteien die künftige Politik maßgeblich prägen.






