Medienriesen wachsen: Rheinische Post übernimmt westfälische Zeitungen und wird Marktführer
Moritz HartmannMedienriesen wachsen: Rheinische Post übernimmt westfälische Zeitungen und wird Marktführer
Die Rheinische Post steht kurz davor, nach der geplanten Übernahme mehrerer westfälischer Zeitungen zur größten Tageszeitungsgruppe in Nordrhein-Westfalen zu werden. Der Deal, der Anfang März bekannt gegeben wurde, folgt nur wenige Wochen nach einer weiteren großen Übernahme in der Region – dem Kauf der Kölnischen Rundschau durch DuMont vom Heinen Verlag.
Die Rheinische Post gab zu Beginn des März ihre Pläne bekannt, die westfälischen Zeitungen samt ihrer Digitalplattformen zu erwerben. Sollte die Übernahme vollzogen werden, würde dies ihre Reichweite deutlich ausbauen und sie zum dominierenden Tageszeitungsverlag des Bundeslandes machen.
Diese Übernahme erfolgt kurz nachdem DuMont Ende Februar die Kontrolle über die Kölnische Rundschau übernommen hat. Beide Geschäfte unterstreichen einen wachsenden Branchenwandel, bei dem kleinere unabhängige Verlage von größeren Medienkonzernen absorbiert werden.
Das Bundeskartellamt wird die Übernahme durch die Rheinische Post prüfen, allerdings ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Auswirkungen auf Leserschaft und Werbemärkte. Rechtlich ist es dem Amt nicht gestattet, zu bewerten, wie sich der Deal auf die journalistische Vielfalt oder das Meinungsspektrum für die Leser auswirken könnte.
Sobald die Übernahme abgeschlossen ist, wird die Rheinische Post die führende Position auf dem nordrhein-westfälischen Tageszeitungsmarkt einnehmen. Die regulatorische Prüfung konzentriert sich allein auf den Wettbewerb, während Fragen zur redaktionellen Vielfalt außer Betracht bleiben. Der Trend zur Konsolidierung in der Branche hält an, während kleinere Verlage zunehmend von der Bildfläche verschwinden.
