Lissabon führt Zeitlimits und Drehkreuze an Aussichtspunkten ein
Lissabon führt an einigen seiner beliebtesten Aussichtspunkte strengere Regeln ein, um Überfüllung entgegenzuwirken. Ab Mai werden an zentralen Orten Drehkreuze, Zeitlimits und Ampelsignale eingeführt. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Touristen die Plätze zu lange blockieren und anderen so die Sicht versperren.
Das Pilotprojekt startete am 1. April 2023 und betrifft vier bekannte Aussichtspunkte: Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (auch Adamastor genannt) und São Pedro de Alcântara. Besucher müssen künftig ein Ticket lösen und sich an strikte Zeitvorgaben halten. Ein visuelles Ampelsystem zeigt an, wenn ein Aussichtspunkt seine maximale Kapazität erreicht.
Wer die Lichtsignale ignoriert, muss damit rechnen, dass die Drehkreuze vorübergehend gesperrt werden. Bei Überschreitung der erlaubten Aufenthaltsdauer droht ein Bußgeld von 15 Euro gemäß der neuen TOEEC (Steuer auf übermäßige Belegung von Panoramabereichen). Anwohner mit Steuerregistrierung in den historischen Gemeinden erhalten eine "Grüne-Spur"-Privilegierung: Sie können Warteschlangen umgehen und ihre Besuchszeit auf 20 Minuten verlängern.
Die eingenommenen Bußgelder fließen in die tägliche Reinigung der technisch ausgestatteten Aussichtspunkte. Lissabons Vorgehen orientiert sich an ähnlichen Maßnahmen anderer europäischer Städte, wie der täglichen Eintrittsgebühr von fünf Euro in Venedig, dem Verbot von Ferienwohnungen in Barcelona oder der Reduzierung von Kreuzfahrtschiffen in Amsterdam.
Das neue System setzt Zeitlimits und Zugangskontrollen durch, um den Touristenstrom zu steuern. Die Bußgelder tragen zur Sauberkeit der Standorte bei, während Einheimische längere Aufenthalte genießen dürfen. Das Pilotprojekt soll klären, ob die Regeln dauerhaft und auf weitere Aussichtspunkte in der Stadt ausgeweitet werden.






