KI-Überwachung soll Straftaten in deutschen Städten schneller aufklären
Lina FuchsKI-Überwachung soll Straftaten in deutschen Städten schneller aufklären
Deutsche Städte testen KI-gestützte Videoüberwachung zur schnelleren Aufklärung von Straftaten
In mehreren deutschen Städten kommt nun KI-basierte Videoanalyse zum Einsatz, um der Polizei bei der Erkennung von Straftaten in Echtzeit zu helfen. Die Software, die erstmals in Mannheim erprobt wurde, ist mittlerweile am Hamburger Hansaplatz im Einsatz – einem bekannten Brennpunkt für Kriminalität. Die Behörden betonen, dass das System die Sicherheit erhöht, gleichzeitig aber den Datenschutz wahrt, indem Personen zu anonymisierten Strichmännchen umgewandelt werden.
Die vom Fraunhofer-Institut entwickelte Technologie analysiert Bewegungsmuster live und erkennt verdächtige Handlungen wie Schläge, Tritte oder Menschenansammlungen – ohne die Aufnahmen zu speichern. Der Hamburger Testlauf am Hansaplatz folgt auf das Pilotprojekt in Mannheim; bis 2025 soll die Lösung auf Baden-Württemberg und Bayern ausgeweitet werden.
Bisher setzen die Behörden bereits auf Kameras an Orten wie der Reeperbahn oder dem Jungfernstieg, doch das neue System ergänzt dies um eine KI-gestützte Gefahrenerkennung. Die Software wandelt Personen in digitale Strichfiguren um, sodass keine biometrischen Daten erfasst werden. Die Einführung wird durch Bundesmittel gefördert, auch wenn bisher keine bundesweiten Erhebungen zur Wirksamkeit vorliegen.
Neben Hamburg führen auch Städte wie München und Berlin ähnliche Systeme ein. Die bisherigen Erfolge im öffentlichen Raum deuten auf ein mögliches Einsatzpotenzial in Zügen und Bahnhöfen hin. Die Polizei sieht darin eine effizientere Möglichkeit, die ständig wachsende Menge an Videomaterial zu bewältigen.
Ziel der KI-Software ist es, Sicherheit und Privatsphäre in Einklang zu bringen: Durch die Anonymisierung der Aufnahmen bei gleichzeitiger Bedrohungserkennung. Der Hamburger Test am Hansaplatz baut auf früheren Projekten auf, weitere Ausweitungen sind geplant. Sollte sich die Technologie bewähren, könnte sie die Videoüberwachung in deutschen Verkehrsnetzen und öffentlichen Räumen grundlegend verändern.
