Kampf um bilingualen Unterricht: Wolfsburgs italienische Sprachtradition in Gefahr
Lina FuchsKampf um bilingualen Unterricht: Wolfsburgs italienische Sprachtradition in Gefahr
Eltern und Unterstützer in Wolfsburg kämpfen um den Erhalt bilingualer Deutsch-Italienisch-Klassen an einer örtlichen Schule. Eine Online-Petition hat bereits in nur vier Tagen über 550 Unterschriften gesammelt. Der Protest kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt plant, das Programm wegen geringer Anmeldezahlen zu kürzen.
Die Leonardo-da-Vinci-Grund- und Oberschule bietet derzeit einen zweisprachigen Zug in Deutsch und Italienisch an. Doch dieses Angebot steht nun auf der Kippe: Laut dem Schulentwicklungsplan der Stadt wird das Programm derzeit zu weniger als 70 Prozent ausgelastet. Ab dem nächsten Schuljahr soll nur noch eine bilingualer Klasse fortgeführt werden – die bestehende Struktur wird damit deutlich reduziert.
Die italienische Gemeinschaft in Wolfsburg blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis zu den Gastarbeitern der 1960er-Jahre reicht. Heute leben über 60.000 Menschen mit italienischen Wurzeln in der Stadt und prägen ihr kulturelles Gesicht. Die Petition argumentiert, dass die zweisprachigen Klassen ab der fünften Jahrgangsstufe fortgesetzt werden sollten, um dieses Erbe zu bewahren.
Befürworter betonen, dass eine Kürzung des Programms die Bildungschancen für italienischsprachige Familien schwächen würde. Die Stadt hingegen beharrt darauf, dass die Entscheidung auf der aktuellen Nachfrage und der Verteilung der Ressourcen basiert.
Die Initiatoren der Petition fordern die Stadt auf, ihre Pläne zu überdenken. Bei Erfolg könnten zwei bilingualen Klassen über die fünfte Jahrgangsstufe hinaus erhalten bleiben. Die Entscheidung wird zeigen, ob Wolfsburgs italienische Sprachtradition weiterhin einen festen Platz im Schulsystem behält.







