IKEA setzt auf kleinere Läden – und revolutioniert sein Geschäftsmodell
Moritz HartmannIKEA setzt auf kleinere Läden – und revolutioniert sein Geschäftsmodell
IKEA stellt sein Ladengeschäftsmodell um und setzt künftig auf kleinere Verkaufsflächen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Umsätze und sich wandelnder Einkaufsgewohnheiten. Immer mehr Verbraucher kaufen Möbel online, während Konkurrenten wie Temu den Druck erhöhen.
Die neuen Filialen werden mit rund 2.950 Quadratmetern deutlich kleiner ausfallen als die klassischen IKEA-Einrichtungshäuser, die im Schnitt 35.000 Quadratmeter umfassen. Sie dienen vor allem als Ausstellungsräume und Beratungszentren, wobei die meisten Produkte online bestellt und nach Hause geliefert werden. Die erste dieser Filialen hat in Ingolstadt, Bayern, eröffnet und bietet 2.650 sofort mitnehmbare Artikel sowie etwa 1.000 Ausstellungsstücke zur Bestellung an.
Das Sortiment in diesen Läden wird deutlich kleiner sein als in herkömmlichen IKEA-Filialen, die in der Regel mindestens 10.000 Artikel führen. IKEA plant, zunächst 20 dieser kleineren Standorte zu eröffnen, mit weiteren in Planung. Das Unternehmen sieht in diesem Format eine schnellere und kostengünstigere Möglichkeit, in Regionen zu expandieren, in denen große Einrichtungshäuser nicht realisierbar sind.
Der Online-Handel hat stark zugelegt und erreichte allein in Deutschland fast 1,5 Milliarden Euro. Mittlerweile entfällt etwa ein Viertel des gesamten IKEA-Einzelhandelsumsatzes im Land auf den digitalen Vertrieb.
Die Umstellung spiegelt IKEAs Reaktion auf einen schwächelnden Möbelmarkt und veränderte Kundenwünsche wider. Kleinere Läden ermöglichen es dem Konzern, neue Standorte zu erschließen und gleichzeitig Kosten zu senken. Online-Bestellungen und Lieferungen nach Hause werden in der neuen Strategie eine zentrale Rolle spielen.
