IG Metall verliert Mitglieder – doch Norddeutschlands Industrie hält stand
Lina FuchsNorth's metal industry defies crises - situation is fragile - IG Metall verliert Mitglieder – doch Norddeutschlands Industrie hält stand
Norddeutschlands Metall- und Elektroindustrie bleibt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen stabil
Obwohl die Konjunktur schwächelt, steht Norddeutschlands Metall- und Elektroindustrie weiterhin auf solidem Grund. Während Schlüsselsektoren wie Schiffbau, Luftfahrt und Medizintechnik weiterhin boomen, kämpfen andere Bereiche mit Stellenabbau und Insolvenzen. Die mitgliederstärkste Gewerkschaft der Region, die IG Metall, verzeichnete nun erstmals seit Jahren einen Rückgang – allein in ihrer Küstenbezirksorganisation sank die Mitgliederzahl 2025 um 3,2 Prozent.
Der Küstenbezirk der IG Metall, der fast 1.000 Industrieunternehmen und rund 300.000 Beschäftigte vertritt, zählte Ende 2025 noch 171.735 Mitglieder. Zwar traten im vergangenen Jahr fast 9.000 neue Mitglieder bei, doch der Gesamtrückgang ist auf Arbeitsplatzverluste, weniger befristete Verträge und eine alternde Belegschaft zurückzuführen. Bundesweit verlor die IG Metall im gleichen Zeitraum 3,9 Prozent ihrer Mitglieder und zählt nun noch knapp über 2,015 Millionen.
'Die industrielle Lage bleibt sehr fragil', warnte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Nord. Er kritisierte aktuelle politische Debatten über Sozialreformen, insbesondere die CDU-Vorschläge zu Lohnkürzungen sowie Änderungen bei Arbeitszeiten, Krankengeld und Teilzeitarbeit. Trotz dieser Belastungen betonte die Gewerkschaft, dass in der Region bisher keine rechtsextremen Scheingewerkschaften Fuß fassen konnten.
Vor den anstehenden Betriebsratswahlen im März und April unterstreicht die IG Metall die Bedeutung der Mitbestimmung für die Arbeitsplatzdemokratie. Die Gewerkschaft argumentiert, dass starke Arbeitnehmervertretungen nicht nur für wirtschaftliche Stabilität, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt entscheidend sind.
Norddeutschlands Industrie zwischen Stärke und Verwundbarkeit Während globale Player wie Airbus, Werften und Medizintechnik-Unternehmen für Stabilität sorgen, zeigen Stellenabbau und Mitgliederverluste die anhaltenden Risiken. Die bevorstehenden Betriebsratswahlen werden zeigen, wie die Belegschaften in den kommenden Monaten auf diese Herausforderungen reagieren.
